Hoheit für faire Milchpreise

Milchkönigin Luisa Hochstein aus Glauchau will während ihrer Amtszeit die Öffentlichkeit sensibilisieren. Denn die Erzeuger haben es nicht leicht.

Glauchau.

Die neue Sächsische Milchkönigin Luisa Hochstein aus Glauchau möchte sich in ihrer zweijährigen Amtszeit für die Interessen der Milchviehbetriebe einsetzen. Ihr persönliches Anliegen ist die Öffentlichkeit für die Milchpreise zu sensibilisieren. "In der Milchproduktion gibt es hohe Qualitätsstandards, die die Landwirte erfüllen müssen. Der derzeitige Literpreis deckt oftmals nur die Produktionskosten der Milchviehbetriebe", so die Glauchauerin.

Die 21-Jährige weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr Landwirte mit dem aktuellen Milchpreis zu kämpfen haben. Luisas Eltern haben in Glauchau Ortsteil Wernsdorf einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Milchvieh und Ackerbau. "Ich bin mit der Landwirtschaft aufgewachsen", so die Studentin. Der Hof umfasst 135 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche und 130 Rinder. Laut ihrem Vater Holger Hochstein produziert eine Milchkuh rund 9500 Liter pro Jahr. Bei dem aktuellen Literpreis werden zwar die Betriebskosten gedeckt, jedoch müsse der Hof wie jedes Unternehmen in der Marktwirtschaft Gewinn erzielen. "Die Betriebskosten sind über die Jahre stetig gestiegen. Aber gleichzeitig ist der Milchpreis unverändert", so der Landwirt. Davon müssen Strom, Wasser, Einzahlungen in die Tierseuchenkassen, Löhne, Tierarztkosten, Futtermittel, die Besamung, Dünger und Maschinenkosten beglichen werden. Kein leichtes Unterfangen. "Der Handel bestimmt den Preis. Wir als Produzenten können bei den niedrigen Literpreisen nichts machen. Selbst der Verbraucher hat darauf keinen Einfluss. Und die Molkereibetriebe sehen sich oftmals gezwungen, die Milch zum festgesetzten Handelspreis zu verkaufen", so der Glauchauer Landwirt.


Auch der Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes Westsachsen, Peter Köhler, hält den Milchpreis für die Landwirte nicht für kostendeckend. Beispielsweise bleiben Investitionen in neue Technik und Baukosten für Stallungen nicht aus. Als Grund für das Dilemma nennt er den Weltmarkt, der die Milchpreise festsetzt. "Wir wünschen uns einen höheren Milchpreis, jedoch sehe ich in den nächsten Monate keine positive Veränderung", sagt er. Letztes Jahr hatten die Betriebe zusätzlich mit der Dürre zu kämpfen. Es gab Ernteeinbußen im Bereich der Futtermittel von bis zu 50 Prozent. "Viele Kühe mussten geschlachtet werden, weil das Futter nicht ausreichte", sagt Köhler.

Als nächster öffentlicher Auftritt steht für Luisa, die in Dresden Agrarwirtschaft studiert, der Tag der Milch am 1. Juni in Erlau an. Dort repräsentiert sie die sächsische Milch- und Molkereiwirtschaft.

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