Im Dienst der Schönheit und des Wohlbefindens

Ans Werk! Sie bauen, schleifen, schrauben, drehen und drechseln: Handwerker gestalten unser Umfeld. Die "Freie Presse" stellt einige Gewerke aus der Region in einer Serie vor - und schaut den Handwerkern bei der Arbeit auf die Finger.

Glauchau.

Das Aufgabengebiet von Nancy Reich in ihrem Handwerksberuf ist vielseitig, so wie ihr langer Weg zum jetzigen Ziel, ein eigenes Spa-Studio zu besitzen. Die gebürtige Meeranerin liebte schon zu Schulzeiten den Gedanken, Menschen glücklich zu machen. "Eigentlich war es mein Wunsch, Frisörin zu werden. Doch das große Wort 'Kümmern stand bei mir immer im Vordergrund", sagt die 33-Jährige. "Also absolvierte ich zuerst eine Ausbildung zur Sozialassistentin. Irgendwie drehte sich aber alles eher um den Aspekt Erziehung. Pflege und Betreuung gerieten dabei leider in den Hintergrund."

Schon während dieser Lehre kreisten ihre Gedanken um den nächsten beruflichen Schritt, den sie unmittelbar im Anschluss umsetzte. "In Leipzig bekam ich nach zwei weiteren Jahren Ausbildung den staatlich anerkannten Abschluss zur Masseurin und medizinischen Bademeisterin. Daran setzt man ein halbjähriges Anerkennungspraktikum, welches ich in Köln machte." Schulungen zur manuellen Lymphdrainage und zertifizierte Weiterbildungen zur medizinischen Fußpflegerin schlossen sich an. - Jena, Dillingen, Köln, München. Sie war viel unterwegs, konnte Erfahrungen sogar auf großen Kreuzfahrtschiffen sammeln. Das Tätigkeitsfeld einer Kosmetikerin gehörte irgendwann mit zu ihren Aufgaben. Innerhalb ihrer Ausbildungsgruppe ist Nancy Reich mittlerweile die Einzige, die tatsächlich noch den Beruf der Masseurin ausübt. "Viele von uns gingen in die Physiotherapie", sagte sie. Vor dem großen Schritt, an einem Ort sesshaft zu werden, arbeitete sie in Leipzig als mobile Masseurin, war ständig auf Achse. Seit Mitte Mai geht sie im Studio "Körper Reich" in der Glauchauer Schloßstraße ihrem Handwerk nach. "Endlich ist mein kleiner Wandervogel zurück in die Heimat gekommen, Nancy stand immer unter Strom", sagt ihre Mutter Silvia. Sie steht ihrer Tochter im Studio vor allem für Terminabsprachen mit Kunden am Telefon zur Seite, damit Behandlungen nicht unterbrochen werden müssen.


Neben klassischen Massagen, um Muskelverhärtungen zu lösen, ist sie auch auf Fußpflege spezialisiert. Zangen, Hornhauthobel, Fräser und Spatel benötigt sie dafür. "Spektakulär sind meine Werkzeuge nicht gerade, aber hin und wieder arbeite ich auch mit dem Skalpell. Ich nehme mir auch genügend Zeit für meine Kunden. In meinem Studio wird nicht während der Einwirkzeit einer Gesichtsmaske gleichzeitig ein Fußpflegetermin eingeschoben." Massage, medizinische Fußpflege, Maniküre sowie Wohlfühlkosmetik gehören zu ihren Leistungen. Als Kosmetikerin sorgt sie für die Erhaltung und Wiederherstellung des äußeren Erscheinungsbildes, zupft oder korrigiert Augenbrauen, färbt Wimpern, entfernt Härchen im Gesicht mit Wachs oder verödet Haarwurzeln. Auch Anwendungen von Reinigungen, Peelings, Masken oder Packungen gehören zur Behandlung. "Meine Hände sind dabei immer in Bewegung, sämtliche Behandlungen werden mit kleineren Massagen verbunden", beschreibt sie ihr Handwerk. Bereits im 16. Jahrhundert erschien übrigens der Begriff der Kosmetik, im 18. Jahrhundert breitete sich diese Thematik von Frankreich in andere Länder aus.

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