Im neuen Labor kann man fast zaubern

Studenten und Lehrkräfte in der Staatlichen Studienakademie in Glauchau setzten verstärkt auf additive Fertigung. Damit lässt sich eine Menge anstellen.

Glauchau.

Heiko Enge steht die Freude im Gesicht geschrieben. Der Professor an der Staatlichen Studienakademie Glauchau freut sich, mit seinen Studenten und Partnerfirmen neue Methoden in der additiven Fertigung zu erforschen. Denn in der Berufsakademie an der Kopernikusstraße in Glauchau ist ein neues Labor "Additive Fertigung" in Betrieb gegangen. Dort kann man schon fast zaubern. Zum Beispiel lassen sich im Labor aus Kunststoffgranulat funktionsfähige Bauteile mithilfe des 3D-Druckers herstellen. Unter additiver Fertigung versteht man im Allgemeinen Verfahren zur Fertigung von Modellen, Bauteilen, Prototypen oder auch Werkzeugen auf der Basis von rechnerinternen Daten.

In dem neuen Labor lassen sich nach den Worten von Heiko Enge nun verschiedene additive Fertigungsverfahren anwenden und sich wissenschaftliche Erkenntnisse darüber erwerben - von der Konstruktion bis zum finalen Bauteil. Verarbeitet werden können nahezu alle Arten von Kunststoffen, sogar auch Keramik- und metallpartikelverstärkte Verbundwerkstoffe. "Mehrere Verfahren stehen nun für Lehre und Forschung zur Verfügung", sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter Ruben Mühlhans. Dazu gehöre auch das ältestes additive Verfahren, die Stereolithografie. Im Harzbad entstehen schichtweise die zuvor digitalisierten Teile. Die Schichthöhe betrage dabei zwischen 25 und 100 Mikrometer.

Mit Spezialgeräten werden laut Heiko Enge maßgeschneiderte Ausgangsmaterialien hergestellt. Das sichere beispielsweise in der Automobilindustrie die finalen Eigenschaften des gefertigten Bauteils. Auch das Thema Recycling werde im Labor behandelt. Es sei zum Beispiel auch möglich, aus PET-Flaschen das benötigte Ausgangsmaterial zu schaffen.

Wie Heiko Enge, der Studiengangleiter "Industrielle Produktion" an der Berufsakademie ist, weiter sagt, werden zum Thema "additive Fertigung" künftig neue Schwerpunkte in Lehre und Forschung gesetzt. Dazu gehören Werkstoffprüfung/Werkstoffdesign, die Qualitätssicherung und die Entwicklung neuartiger Prozesse.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...