Image lockt Mitarbeiter

Die Wohnstätte für geistig behinderte Menschen in Reinsdorf hat ihr Güte- siegel verteidigt - und will sich so als attraktiven Arbeitgeber empfehlen.

Reinsdorf.

Die vom Verein "Lebenshilfe Westsachsen" betriebene Wohnstätte für geistig behinderte Menschen in Reinsdorf hält konsequent an ihrem 2008 begonnenen Qualitätsmanagement fest, sagt Barbara Heuß, Chefin der Einrichtung. Die Wohnstätte wurde erneut von einer Chemnitzer Firma zertifiziert. Das verteidigte Qualitätssiegel stehe nicht nur für ein gutes Image, sondern soll langfristig die Suche nach neuen Mitarbeitern erleichtern.

"In voraussichtlich zehn Jahren werden wir gleich mehrere neue Mitarbeiter brauchen", verdeutlicht Heuß, die den Fachkräftemangel in ihrer Branche als nach wie vor eines der größten Probleme ausmacht. Das heißt: Wer als Arbeitgeber jetzt und später attraktiv sein will, müsse die Mitarbeiter bei wichtigen Entscheidungen mitnehmen. So seien innerhalb der Qualitätsziele besonders Vorschläge für Verbesserungen gefragt - unter anderem im Betreuungsablauf und bei der Organisa- tion. Die können sowohl Bewohner als auch Beschäftigte vortragen. Letztere hatten zum Beispiel vorgeschlagen, die Urlaubsreisen der Bewohner künftig in kleineren Gruppen durchzuführen. "Das ist zwar für die Mitarbeiter mit etwas mehr Aufwand verbunden, sorgt aber wegen des unterschiedlichen Betreuungsaufwandes am Ende für mehr Ruhe und Entspannung", so die Einrichtungschefin, die für 31 Mitarbeiter den Hut aufhat. Kommunikation sei das A und O für ein gutes Betriebsklima, fügt sie schließlich an.

Davon hat sich auch Daniel Höll anstecken lassen, der seit Kurzem als Neuer das Team in der Behindertenbetreuung verstärkt. "Natürlich schaut man, welches Ansehen die Einrichtung hat, was den Beschäftigten geboten wird", sagt der Heilerziehungspfleger, den es 2010 beruflich nach Bayern zog. Denn damals habe es kaum oder gar keine freie Stellen in Westsachsen gegeben. Nun, da sich das Blatt gewendet hat, ist der zweifache Vater mit seiner Frau in seine Heimatstadt Zwickau zurückgekehrt. Anders als in der mobilen Betreuung, in der der 31-Jährige ebenso schon tätig war, sei der Tagesablauf nun strukturierter. Auch das sei ein Grund für den Neuanfang gewesen.

In der Wohnstätte werden 36 Bewohner betreut. Zudem gibt es fünf Außenwohngruppen mit 16 Personen und weitere 50 Frauen und Männer, die in den eigenen vier Wänden umsorgt werden. Heute veranstaltet die Wohnstätte ihr jährliches Grillfest, zu dem Angehörige und Betreuer eingeladen sind.

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