In Gesau geht es wieder in die Schule - aber nicht für lange

Mehr als eine Viertelmillion Euro hat die Stadt Glauchau in das Gebäude gesteckt. Doch nach kurzer Zeit steht es wieder leer.

Glauchau.

Es wird ab Montag wieder unterrichtet in der Wilhelm-Stolle-Schule in Gesau - und das nach mehr als 15 Jahren Abstinenz. Weil die Grundschule in der Sachsenallee saniert wird, sind die Jungen und Mädchen der insgesamt acht Klassen von der Sachsenallee nach Gesau umgezogen. Die vier LRS-Klassen - LRS steht für Lese-Rechtschreib-Schwäche - sind vorübergehend in der Erich-Weinert- Schule untergebracht.

Doch das schulische Intermezzo in Gesau, einschließlich der Hortbetreuung, ist nur von kurzer Dauer. Wenn die 4,2 Millionen Euro teuren Arbeiten in der Sachsenalleeschule in etwa anderthalb Jahren beendet sein werden, ziehen die Kinder wieder zurück. Die Folge: Das Gesauer Schulhaus steht dann wieder leer. Gedanken darüber, wie das Gebäude nach dem Auszug der Kinder weiter genutzt werden kann, hat sich im Rathaus offenbar niemand gemacht. Eine Nachnutzung des Ausweichobjektes ist nicht vorgesehen, teilt die Stadt auf Anfrage mit. "Das befristet genutzte Gebäude wurde ausschließlich für die Verlagerung des Schulunterrichtes ertüchtigt", sagt Rathaussprecherin Bettina Seidel.

Genau dafür hat die Stadt Glauchau jede Menge Geld in das Gesauer Schulhaus investiert. Wurde das Geld in den Sand gesetzt, wenn die Schule in anderthalb Jahren wieder leer steht und keiner das Gebäude mehr nutzt? Eine genaue Angabe über die Kosten macht die Stadt nicht, weil die Schlussrechnungen noch nicht vorliegen würden. Aber vor Beginn der Ertüchtigung im Sommer 2017 ging die Stadt von etwa 350.000 Euro aus. Davon wurden vor allem der Brandschutz verbessert, die Elektrik erneuert, der Küchen- und Speiseraum renoviert sowie Fenster und Fußböden aufgearbeitet. Hinzu kommt die Verschönerung des Schulhofes mit Spielgeräten, Sandkasten und Tischtennisplatte.

Im Ortsteil gibt es einen rührigen Bürgerverein, der sich unter anderem um den Gesauer Wasserturm, das Radfahrerdenkmal und das Grab von Wilhelm Stolle kümmert. Als damals die Grundschule in Gesau geschlossen wurde, übernahm der Bürgerverein auch die Turnhalle in Eigenregie und brachte sie auf Vordermann. "Schon damals haben wir uns ausdrücklich gegen eine Nutzung des Schulgebäudes ausgesprochen", erinnert sich Dirk Zetsche, Vorsitzender des Vereins. Und weiter sagt er: "Ich sehe den Bürgerverein derzeit nicht als Nachnutzer der Schule." Dafür sei das Gebäude viel zu groß. Und von einem "Haus der Vereine", wie es hier und da vorgeschlagen werde, hält Zetsche nicht viel. Denn viele Vereine hätten bereits eine Immobilie beziehungsweise ein Domizil. Der Bürgerverein unterstütze die vorübergehende Nutzung des Gebäudes als Schule, aber eine dauerhafte Bildungseinrichtung dort installieren zu können, sei unwahrscheinlich.

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