Jubiläum mit offenen Fragen

Wenn der Meeraner Friedhof am Wochenende das 150-jährige Bestehen feiert, sind Besucher aufgerufen, Ideen einzubringen.

Besucher können am Wochenende Führungen erleben.

Für Sie berichtet: Michael Stellner

Vier Jahre nachdem Besucher ihre Vorschläge für die künftige Nutzung der alten Trauerhalle neben dem Haupteingang zum Meeraner Friedhof abgeben konnten, wiederholt sich die Aktion am Wochenende. Während der Festveranstaltung zum 150-jährigen Bestehen des Friedhofs können sie erneut ihre Ideen auf kleine Zettel notieren und in der besagten Halle abgeben. Man sei gespannt auf die Unterschiede zur Umfrage von 2014, sagt Friedhofsverwalter Uwe Horn. In ein tragfähiges Konzept sind die Anregungen von damals bisher nicht gegossen worden.

Dabei wäre ein schlüssiges Konzept sinnvoll und eigentlich zwingend nötig, wenn man sich bei einem Förderprogramm um die Innensanierung bewerben möchte. "Wir werden uns der Halle sicher verstärkt widmen, sobald die Arbeiten an der Neuen Trauerhalle abgeschlossen sind", sagt Horn. Für den ungleich imposanteren Bau im Friedhofszentrum, dessen 100-jähriges Jubiläum vor vier Jahren gefeiert wurde, erwartet man 2019 die finale Fördermittelzusage. Es ist also noch Zeit, Ideen für die andere Halle zu sammeln. Die Besucher am Festwochenende sind jedenfalls dazu aufgerufen, sich wieder Gedanken zu machen.

Zu den bereits vorliegenden Vorschlägen gehört unter anderem, dort eine Kunstgalerie oder ein Café einzurichten. Vom Tisch sei das noch nicht, sagt Horn. Was dagegen bei der Prüfung durchfiel, ist die Anregung, die alte Trauerhalle zu einer Urnengrabkammer zu machen. Das aber, sagt Friedhofsverwalter Horn, würde nur dazu führen, dass der Friedhof noch weiter leer gezogen würde. Denn Urnenbestattungen machen längst den Großteil der Begräbnisse auf dem Meeraner Friedhof aus. Im laufenden Jahr habe man erst drei Erdbestattungen durchgeführt.

Jährlich zählt der Friedhof derzeit rund 180 Begräbnisse. In den Gründungsjahren waren es bis zu 800. Der Friedhof mit seinen zehn Hektar ist eigentlich zu groß geworden. Denkbar sei, in Zukunft einen Teil des Areals zu einem Wald zu machen, sagt Horn. Das brauche aber Zeit, bis die letzten Gräber in dem Bereich aufgelassen sind. Er spricht von einer Dauer von bis zu 20 Jahren. Schon jetzt lasse man neue Gräber vor allem im Zentrumsbereich entstehen.

Besucher können sich am Samstag ab 14 Uhr in etwa 90-minütigen Friedhofsführungen über das Areal informieren. Auch eine spezielle Kinderführung ist vorgesehen. Schon ab 13 Uhr beginnen die Feierlichkeiten, bei denen Steinmetze und Gärtner ihre Angebote vorstellen. Außerdem gibt es Ausstellungen und Unterhaltung. 17 Uhr beginnt in der Neuen Halle ein Konzert des Gospelchors Colours of Soul. Schon am Freitag ab 18 Uhr findet in der Neuen Halle ein Vortrag des Hospizvereins Erzgebirgsvorland zum Thema Trauern mit Kindern statt. Am Sonntag 10 Uhr folgt ein Festgottesdienst, den Pfarrerin Birgit Birkner gemeinsam mit ihrem Vorgänger Martin Teubner halten wird.

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