Keine Künstler? - Stadtfest endgültig abgesagt

In Wilkau-Haßlau schieben sich Agentur und Stadt gegenseitig die Gründe dafür in die Schuhe

Wilkau-Haßlau.

In Wilkau-Haßlau wird es auch in diesem Jahr kein Stadtfest geben. Nachdem die Großveranstaltung auf Mitte September verschoben worden war, bestätigte Bürgermeister Stefan Feustel (CDU) am Donnerstag im Stadtrat die endgültige Absage.

Als Grund nannte er "organisatorische Probleme". Unter anderem sei es dem Veranstalter nicht möglich gewesen, kurzfristig Künstler und Musikgruppen für ein attraktives Bühnenprogramm zu engagieren. "Wir wollen aber kein Stadtfest, das nur aus Rosterständen und Bier- buden besteht", machte Feustel deutlich. Das sieht Organisator Ulf Pörnig anders. "Weil der Marktplatz nicht rechtzeitig fertig geworden ist, hätten wir das Fest noch einmal verschieben müssen", sagte er. Wegen der zunehmend herbstlichen Temperaturen habe man entschieden, in diesem Jahr noch einmal darauf zu verzichten. Das Kulturprogramm ist aus Pörnigs Sicht nicht der Grund für die Absage.

Stefan Feustel setzte sich jedoch vehement gegen Vorwürfe in Richtung Stadtverwaltung zur Wehr. "Wir sind nicht der Veranstalter und damit auch nicht für die Absage verantwortlich", sagte er. Man habe eine Firma beauftragt, die nun die Konsequenzen ziehe. Der Stadt könne man höchstens die Verzögerung beim Marktplatzumbau anlasten. "Und das auch nur teilweise", sagte er. Im Mai begründete man die Verschiebung mit mehreren Großveranstaltungen zur 900-Jahr-Feier in Zwickau. CDU-Stadtrat Toni Rissmann sieht in der Absage einen Imageverlust für die Stadt. "Es wird bei der Bevölkerung nicht gut ankommen", sagte er. Fraktionskollege Rainer Voigt bezeichnete die Absage als "einfach nur deprimierend".

Auch im Vorjahr war das Stadtfest ausgefallen. Damals waren tatsächlich die Bauarbeiten am Marktplatz der Grund gewesen. Alternative Veranstaltungsorte wie der Sportplatz in Silberstraße hatten sich als ungeeignet erwiesen. Für 2019 kündigte Feustel eine zusätzliche Veranstaltung an. "Es wird erstmals ein Frühlingsfest geben", sagte er. Dazu habe man eine neue Agentur unter Vertrag genommen. Am Stadtfest im August werde man jedoch festhalten.

Inzwischen werden erste Forderungen laut, das Stadtfest wieder unter Regie der Stadt zu organisieren. Vor zehn Jahren war das erste Stadtfest von der Stadt auf die Beine gestellt worden. Es war wesentlich größer und bunter ausgefallen als in den Folgejahren, als ein privater Veranstalter das Zepter übernommen hatte. Abgeneigt ist Feustel einer Organisation durch die Stadt nicht. "Dann aber muss bei Teilen des Stadtrates, aber auch in der Verwaltung ein Umdenken erfolgen", sagte er. Das habe Kosten und Mehrarbeit zur Folge. Wie Ulf Pörnig mitteilte, wird das Oktoberfest auf der neuen Multifunktionsfläche wie geplant stattfinden. "Es ist dann die erste Veranstaltung an diesem Ort", sagte er. (nkd)

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