Kinder sind aktiv als Mülldetektive

Umwelterziehung von Kindesbeinen an: Dieser Grundsatz wird in der Kita "Altstädter Kinderland" in Waldenburg gelebt.

Waldenburg.

Auf die Frage von Erzieherin Astrid Mühleisen, wie das Müllmonster den Abfall richtig entsorgen soll, wissen die Mädchen und Jungen der Kindergartengruppe "Krümelkiste", die die Waldenburger Kita "Altstädter Kinderland" besuchen, ganz genau Bescheid. "Plastikverpackungen kommen in die gelbe Tonne", sagt die fünfjährige Lou. Aber auch wo Müll nichts zu suchen hat, wissen die Steppkes. "Als Mülldetektive haben wir ganz viel Abfall im Wald gesammelt. Den haben Leute einfach weggeworfen. Das darf man aber gar nicht", erklärt der fünfjährige Theo.

Seit vergangenem Jahr dreht sich in der Kita im Rahmen verschiedener Projekte alles um das Thema Umweltschutz. "Uns geht es vor allem darum, dass die Kinder frühzeitig ein Bewusstsein für die Umwelt entwickeln und später selbstverständlich ressourcenbewusst handeln", erklärt Carmen Werler, die seit 1994 die Kindertagesstätte in der Bahnhofstraße leitet. Je früher die Kinder lernen Müll zu trennen oder beim Händewaschen auf den Wasserverbrauch zu achten, desto stärker würde sich das Verhalten auch für die Zukunft einprägen. Die richtige Pädagogik sei dabei wichtig: "Spielerisch und praktisch erfahren die Kinder bei uns beispielsweise auf Exkursionen im Wald und im Grünfelder Park, welche Auswirkungen ihr Verhalten auf die Umwelt hat. Für die Mädchen und Jungen ist das eine spannende Sache", sagt Erzieherin Astrid Mühleisen, die seit 20 Jahren in der Einrichtung in der Töpferstadt tätig ist.

In einem Projekt haben sich die Drei- bis Fünfjährigen aus der Kindergartengruppe "Krümelkiste" beispielsweise mit Bruno, dem Wassertropfen, in Gestalt einer selbst gebastelten Stabfigur auf die Suche nach Wasserquellen in der Kita gemacht und überlegt, wie sie den Verbrauch reduzieren können. "Im Waschraum lasse ich jetzt nur noch kurz den Wasserhahn laufen", versichert Vorschulkind Theo. In einem weiteren Projekt ging es um den Stromverbrauch und beispielsweise darum, das Licht nicht unnötig brennen zu lassen.

"Die Kinder haben mittlerweile ein Gespür dafür entwickelt, was die Themen Wasserverbrauch und Ressourcenschonung betrifft", sagt Astrid Mühleisen. So haben ihr schon einige Eltern berichtet, das ihr Nachwuchs auch zu Hause das Erlernte anwendet. "Das freut uns Erzieher natürlich", so die Pädagogin. Innerhalb eines Sommerfestes in der Kita sollen in einigen Monaten alle Ergebnisse aus den Projekten präsentiert werden. Dann wollen die Kinder der Gruppe "Krümelkiste" auch ihren Regenschirmtanz vorführen, den sie gemeinsam mit Bruno, dem Wasssertropfen gelernt haben.


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