Kita-Betreuung: Kritik am Rathaus

Um die Notbetreuung zu regeln, werden in Glauchau erst am heutigen Samstag verbindliche Absprachen getroffen. Für den Fraktionschef der Freien Wähler kommt dies aber viel zu spät.

Glauchau.

Konkrete Entscheidungen über die Notbetreuung in den Glauchauer Kindertagesstätten wird es wohl erst am Wochenende geben. Wie die CDU-Stadträtin Ines Springer, die in Abwesenheit des Oberbürgermeisters Peter Dresler (parteilos) die Stadtratssitzung am Donnerstag leitete, sagte, werden sich am heutigen Samstag um 17 Uhr die Verwaltung und die Träger der Kindertagesstätten treffen und das Vorgehen besprechen. Es müsse zunächst auf die Allgemeinverfügung des Freistaates Sachsen gewartet werden. "Der Montag wird sicherlich eine Art Übergangstag in den Kitas werden", sagte Springer weiter, angesichts der Unsicherheit der Eltern darüber, wer Anspruch auf eine Kita-Notbetreuung hat.

Für den Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler, Stephan Wusowski, kommt das viel zu spät. "Viele Eltern werden einen unsicheren dritten Advent erleben, weil sie nicht wissen, ob sie ihre Kinder nächste Woche in die Kita bringen können oder nicht", sagte er gegenüber der "Freien Presse". Die Stadtverwaltung habe seit Dienstag Kenntnis darüber, dass ab Montag Kitas und Schulen geschlossen sein werden. Und aus den Erfahrungen der Vergangenheit wisse man, dass entsprechende belastbare Informationen erst am Freitag durch die Landesregierung veröffentlicht werden. Aber die betroffenen Eltern brauchen vom Arbeitgeber eine Bescheinigung, dass sie in einem der sogenannten systemrelevanten Berufe arbeiten und somit Anspruch auf die Notbetreuung haben. Aus Wusowskis Sicht hätte man sich auch zur Wochenmitte bereits mit den Trägern treffen und festlegen können, dass zumindest noch am Montag die Kita-Betreuung für alle gewährleistet bleibt. Er habe den Eindruck, dass von einer vorhersehbaren Entscheidung alle "überrascht" wurden. Während der Stadtratssitzung am Donnerstagabend schlug er vor, dass die Stadt am Freitag zumindest auf ihrer Internetseite aktuelle Informationen zur konkreten Kita-Betreuung für die Eltern veröffentlicht.

Die Stadt Waldenburg zum Beispiel hat dies bereits getan, zumindest für die Grundschule und den Hort. "Für die Absicherung der Notbetreuung in Grundschulen ist beabsichtigt, die bereits im Frühjahr geltende Verfahrensweise wieder aufleben zu lassen", heißt es in der Mitteilung. Während der üblichen Unterrichtszeiten übernehmen Lehrkräfte und während der üblichen Hortzeiten die Erzieher die Betreuung der Kinder. Am 21. und 22. Dezember gelte die Ferienregelung. Die Notbetreuung übernehme der Hort. Ein Formblatt für die Bestätigung durch den Arbeitgeber können sich die Eltern von der Homepage herunterladen.

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