Klinik: In zwei Stufen gibt es mehr Geld

Gewerkschaft und Geschäftsleitung haben sich in den Verhandlungen auf einen Kompromiss verständigt. Der neue Vertrag soll bis Ende 2020 laufen.

Werdau.

Patienten der Pleißentalklinik in Werdau können aufatmen: Ihnen bleibt in der Vorweihnachtszeit - mit großer Wahrscheinlichkeit - ein Streik erspart. Gewerkschaft und Klinikleitung einigten sich in den Tarifverhandlungen auf ein Ergebnis. Über den Vorschlag stimmen die Verdi-Mitglieder bis zum 17. Dezember ab, teilt Gewerkschaftssekretärin Simone Bovensiepen mit. Klinik-Geschäftsführer Uwe Hantzsch wartet auf die Bestätigung durch Aufsichtsrat und Gesellschafter. Sie müssen ebenfalls grünes Licht geben.

Wenn beide Seiten zustimmen, erhalten die 387 nicht-ärztlich Beschäftigten der Pleißentalklinik mehr Geld. Dabei handelt es sich neben den Mitarbeitern im Pflegebereich um das Personal in Küche, Hausmeisterbereich und Verwaltung. Das Entgelt soll in zwei Stufen erhöht werden - rückwirkend ab Oktober 2019 um 2,65 Prozent und ab April 2020 um weitere vier Prozent. Zudem gibt es einheitlich 30 Tage Grundurlaub pro Jahr für alle Beschäftigten, die fünf Tage pro Woche arbeiten. Verdi-Mitglieder sollen Anspruch auf zwei Gesundheitstage pro Jahr haben. Auch der Berufsnachwuchs freut sich über mehr Geld. Laut Verdi-Mitteilung erhöht sich die Vergütung für die Auszubildenden im Bereich der Krankenpflege auf 1140,69 Euro im ersten Ausbildungsjahr, auf 1202,07 Euro im zweiten Ausbildungsjahr und auf 1303,38 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Der Tarifvertrag soll bis 31. Dezember 2020 laufen.

"Wir haben uns nach langer, aber konstruktiver Verhandlung auf das Tarifergebnis geeinigt", sagt Simone Bovensiepen, die vor den Gesprächen zu einer "aktiven Mittagspause" aufgerufen hatte. Uwe Hantzsch spricht von einem "intensiven Verhandlungstag." Er berichtet, dass rund 30 Kollegen aus den verschiedensten Bereichen der Tarifkommission beim Start der Verhandlungen symbolisch den Rücken gestärkt hätten. "Das hat uns sehr gefreut, da die Situation in der Klinik momentan schwierig ist", sagt der Geschäftsführer. Die Höhe der zusätzlichen Personalkosten, die nun aufgebracht werden müssen, wird von der Klinikleitung nicht genannt. Uwe Hantzsch sagt nur: "Mit diesem Paket stellen wir alle voraussichtlich im Jahr 2020 zusätzlich erlösten Mittel für die Tarifentwicklung zur Verfügung."

Die "Freie Presse" verschickte vor dem Beginn der Tarifverhandlungen eine Einladung an Vertreter von Gewerkschaft und Klinik zu einem Gespräch in die Redaktion in Werdau. Hier hätten beide Seiten für den Fall, dass es zu einem Arbeitskampf gekommen wäre, ihre Argumente vortragen sollen. Nach der Einigung teilten Klinik und Gewerkschaft mit, auf das Doppel-Interview verzichten zu wollen.

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