Krankheitstage: Rücken schlägt Corona

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Im Barmer-Gesundheitsreport schneidet der Landkreis Zwickau durchschnittlich ab. Am häufigsten fehlten Beschäftigte wegen Rückenschmerzen.

Landkreis.

Die Anzahl der krankheitsbedingten Fehlzeiten bei Beschäftigten hat im Landkreis Zwickau 2021 marginal zugenommen. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle Gesundheitsreport der Barmer-Krankenkasse. "Rund 20,2 Tage fehlten Beschäftigte im vergangenen Jahr krankheitsbedingt im Job. Diese Ausfallzeiten liegen über den durchschnittlichen bundesweiten und auch sachsenweiten Fehlzeiten", sagt der Regionalgeschäftsführer der Barmer in Zwickau, Michel Krause. 2020 habe die Fehlzeit 20,1 Tage betragen. Sachsenweit lag die Zahl 2021 im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 19,6 Tagen.

Laut Krause waren es aber auch im Corona-Jahr 2021 vor allem Rückenschmerzen und die Psyche, die die Beschäftigten am häufigsten von der Arbeit ferngehalten haben. Der Erhebung zufolge sind im Landkreis je Erwerbsperson 4,4 Krankheitstage wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen angefallen. 3,8 Krankheitstage je Person gehen demnach auf die Psyche zurück. Erst danach kommen Atemerkrankungen mit 2,8 Fehltagen. Verletzungen und Vergiftungen fesselten die Erwerbspersonen im Kreis Zwickau durchschnittlich 2,1 Tage lang ans Krankenbett.

Unter allen Diagnosen bilden Rückenschmerzen die größte Gruppe. Von den durchschnittlich 4,4 Fehltagen je Beschäftigtem aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen gehen allein 1,2 Fehltage auf die Diagnose Rückenschmerzen zurück. "Acht von zehn Menschen leiden unter Rückenschmerzen, obwohl sich keine Krankheitsursache feststellen lässt", sagt Krause. Oft seien fehlende Bewegung und Stress schuld. "Dabei sind Rückenschmerzen allerdings nicht nur eine Frage einer rückengerechten Belastung, sondern auch des persönlichen Lebensstils", mahnt er.

Corona lässt sich in den Daten mit den seit Jahren erhobenen Kategorien schlecht abbilden. Teils dürften Covid-Erkrankungen auch die Ursache für Krankschreibungen mit psychischen Ursachen gewesen sein, aber das ist aus den Daten nicht eindeutig ersichtlich. Vor allem Depression, Angststörungen oder Reaktion auf sonstige Belastungsstörungen seien diagnostiziert worden. 2020 lag die Anzahl bei dieser Erkrankungsart noch bei 3,5 Fehltagen, 2021 bei 3,8. Krause: "Ob die zusätzlichen seelischen Belastungen durch Pandemie und Lockdowns ursächlich für den Anstieg psychischer Erkrankungen im Jahr 2021 sind, lässt sich mit Krankenkassendaten allein nicht feststellen." Schon vor der Pandemie seien die Fälle angestiegen.

Insgesamt liegt der Landkreis bei den krankheitsbedingten Fehlzeiten im sächsischen Mittelfeld. Die meisten Fehltage je Erwerbsperson wurden 2021 mit 21,9 im Landkreis Görlitz verzeichnet, gefolgt von 21,2 im Landkreis Bautzen sowie im Kreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge. Die geringsten Fehlzeiten fielen in den kreisfreien Städten Leipzig (17,1) und Dresden (17,2) an. Sachsenweit fehlten Beschäftigte durchschnittlich 19,6 Tage im Job, 2,1 Tage mehr als bundesweit.

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