Kühler außergewöhnlich befüllt

Hinter dem Oberlungwitzer Enduro-Fahrer Kevin Krumbholz liegt eine verflixte Zeit. Seine Pechsträhne hält an.

Oberlungwitz.

So wie der Sachsenring das Mekka des deutschen Motorrad-Straßenrennsports ist, gilt das Gleiche für Zschopau und alle Fans der "Lampenfahrer mit Stollenreifen". Als dort am vergangenen Wochenende das Finale der Internationalen Deutschen Enduro Meisterschaft wieder anstand, war auch Kevin Krumbholz, wenngleich im sogenannten B-Championat, wieder mit von der Partie.

Nachdem an gleicher Stelle vor Jahresfrist seine große Pechsträhne begann, wollte der Oberlungwitzer fünf Tage nach seinem 28. Geburtstag genau dort den Schalter endlich wieder umlegen. Zur Erinnerung: Im Rahmen des Weltmeisterschaftslaufes im Vorjahr wollte Kevin Krumbholz ebenfalls mitmischen, doch nachdem ein Kontrahent gleich zu Beginn der Veranstaltung auf ihn drauf gesprungen war, musste er verletzt aufgeben. "Wie sich später herausstellte, hatte ich zu meinen ringsum starken Prellungen und zahlreichen blauen Flecken eine Rippe angebrochen", erinnerte er sich unmittelbar vor der diesjährigen Geländefahrt "Rund um Zschopau". Diese sollte erst seine dritte Veranstaltung 2018 sein, denn im Frühjahr mussten ein Event wegen Sturmschäden und zwei weitere auf Grund des heißen und lang anhaltenden Sommers und der damit verbundenen Waldbrandgefahr abgesagt werden. Bei den übrigen wurde er allerdings auch nicht glücklich, denn beim Saisonauftakt hatte seine Maschine mit einem elektrischen und zuletzt mit einem Bremsen-Defekt gestreikt. "Nach so viel Pech muss es doch einfach irgendwann auch wieder einmal andersrum gehen", frohlockte er vorm alljährlichen Saisonhighlight. Und weiter: "Es wäre natürlich schön und irgendwie auch gerecht, wenn meine Pechsträhne dort endet, wo sie angefangen hat. Ich hätte gern zwischendurch das eine oder andere regionale, kleinere Rennen bestritten, doch auch weil ich mich beruflich verändert habe, blieb da kaum Zeit. Ich arbeite weiter als Zerspanungsmechaniker, allerdings jetzt beim Werkzeugbau Glauchau, der früher schon Arne Tode gesponsert haben. Von daher habe ich einen für den Motorsport sehr verständnisvollen Chef."

Doch wie das Leben mitunter so spielt, schlug die Defekthexe am letzten Samstag wieder zu, was Kevin Krumbholz so erklärte: "Nach zwei Dritteln des Rennens stieg die Motortemperatur extrem an. Ich habe auf eine defekte Zylinderkopfdichtung getippt, denn der Kühler war leer und der Motor hat sich so angehört." Krumbholz wollte diesmal aber, unabhängig von der Platzierung, unbedingt zumindest ins Ziel kommen. Aber wo sollte er mitten im Wald so allein Wasser herbekommen? Seine Trinkflasche hätte nicht mehr viel hergegeben. Und da seine Blase sowieso gerade drückte, hat der Oberlungwitzer halt den Kühler auf diese Weise aufgefüllt.

So ist Krumbholz wenigstens bis zur nächsten Servicezone gekommen. "Reparieren konnten wir dort zwar nichts, aber wenigstens Wasser nachfüllen. Nach wenigen Kilometern war das allerdings auch wieder weg, sodass es zwecklos war, weiterzufahren.

Ich habe kurz hochgerechnet, wie oft ich noch hätte Wasser nachfüllen müssen und eingesehen, dass es keinen Sinn mehr machte." So war auch dieses Rennen wieder vorzeitig zu Ende.

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