Kutschunfall: Weiteres Pferd tot

Nach dem tragischen Ende einer Kremserfahrt vom Samstag musste nun auch das zweite Pferd getötet werden. Die Tierrechtsorganisation Peta fordert ein Verbot von Kutschfahrten.

Mülsen.

Auch das zweite Zugpferd, das sich bei einem Unfall mit einem Kremser am Samstagnachmittag in Mülsen schwer verletzt hatte, ist tot. Das sagte Landwirt Dieter Unger aus dem Ortsteil Ortmannsdorf der "Freien Presse". "Die Verletzungen am Bein waren so schwer, dass der Wallach vom Tierarzt eingeschläfert werden musste", so der Pferdezüchter. Er hatte bei dem Unfall selbst als Kutscher auf dem Bock gesessen.

Am Samstag war der mit neun Passagieren besetzte Kremser umgekippt, nachdem ein Pferd wahrscheinlich von einem Insekt gestochen worden und mit einem Bein über die Deichsel geraten war. Sieben Personen wurden leicht verletzt. Die beiden Pferde waren erst nach dem Ausspannen des umgekippten Wagens plötzlich losgerannt. Eines wurde mit gebrochenem Bein auf der Fahrbahn gefunden und aufgrund der Verletzung erschossen, das zweite Pferd lief noch zurück zum Hof. Es hatte aber ebenfalls schwere Verletzungen erlitten.


Die Tierrechtsorganisation Peta forderte am Montag den Zwickauer Landrat Christoph Scheurer (CDU) auf, ein Verbot von Kutschfahrten im Kreis Zwickau zu prüfen. "Dieser Vorfall zeigt erneut, dass die Risiken bei Kutschfahrten unkontrollierbar sind. Pferde sind Fluchttiere und können selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten", sagt die Peta-Fachreferentin Jana Hoger. "Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist ein Verbot von Pferdekutschen."

Landrat Scheurer nahm dazu bislang keine Stellung. Er befinde sich in einer Haushaltsklausur und sei nicht erreichbar, teilte seine Pressestelle mit. Landwirt Dieter Unger, der seit 1982 ungezählte Male auf dem Kutschbock gesessen hat und eigenen Angaben zufolge bisher unfallfrei mit Pferden unterwegs war, bezeichnet die Forderung nach einem Verbot als unangemessen. "Nach einem Verkehrsunfall mit Autos fordert doch auch niemand ein Autofahrverbot", sagt er. "Pferde sind seit Menschengedenken als Zugtiere im Einsatz. Früher waren sie das vorrangig, um Personen und Material zu befördern, heute werden sie vor allem im Tourismus und im Sport eingesetzt." Der Landwirt berichtet, dass sein Betrieb monatlich durchschnittlich ein bis zwei Kutschfahrten durchführt. Auch nach dem Tod der beiden Zugpferde habe sein Hof weiter genügend Tiere, um alle bestellten Fahrten absichern zu können.

Polizeisprecher Christian Schünemann zufolge haben sich seit 2014 insgesamt neun Unfälle mit Kutschen im Landkreis Zwickau ereignet. Darunter seien auch Unfälle auf Pferdesportveranstaltungen. Wie viele Menschen und Tiere dabei verletzt wurden, ist unbekannt.

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