Laubenbrand: War es Brandstiftung?

In der Nacht zum Freitag brannte es in Glauchau. Dabei ist eine Gartenlaube eines Syrers komplett niedergebrannt. Die Mitglieder des Vereins hoffen auf einen technischen Defekt. An die Alternative will niemand denken.

Glauchau.

Für Einsatzleiter Sebastian Kießling ist es eine lange Nacht gewesen. Am Freitag gegen 0.45Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Glauchau in die Gartenanlage Adlerwiese gerufen. Zwei Löschfahrzeuge und 18 Einsatzkräfte waren bis circa halb acht vor Ort. "Aus einer Laube sahen wir zunächst Rauch aufsteigen", berichtet Kießling. Durch Rufen versuchten die Feuerwehrleute herauszufinden, ob sich jemand in der Hütte aufhielt. Von drinnen -keine Antwort. Um sicherzugehen, öffneten die Männer eine Tür. In diesem Moment habe sich die Laube schlagartig entzündet und brannte sofort lichterloh. Wie Kießling erklärt, hatten sich durch den Schwelbrand im Inneren der Laube heiße Rauchgase angesammelt. "Als diese mit dem Sauerstoff von draußen in Berührung kamen, ist es zur Durchzündung gekommen."

Stunden später steht Karin Stapel vor den Überresten. Von der Hütte sind nur noch verkohlte Trümmer übrig. "Es ist ein schlimmer Anblick", sagt die Vorsitzende des Gartenvereins Adlerwiese. Bei ihr stehen die zweite Vorsitzende Karin Breuer und Uwe Jakobeit, Chef des Regionalverbands der Gartenfreunde Werdau/Glauchau. Sie alle hoffen nur eines - dass die Ursache des Brandes in einem technischen Defekt liegt und es sich nicht etwa um Brandstiftung handelt.

Der Garten mit der abgebrannten Laube hat einem Syrer gehört, bestätigen sowohl Jakobeit als auch Stapel. Seit zwei Jahren sei dieser Mitglied im Verein und bewirtschafte drei Parzellen. "Es ist ein total hilfsbereiter und lieber Mensch", sagt Karin Stapel. Seine Gärten seien während der Wachstumsperiode mit Gurken, Zucchini und anderem Gemüse gefüllt. Damit versorge der Gartenfreund unter anderem seine Familie. Doch auch den anderen Mitgliedern des Vereins gebe er immer wieder etwas von seiner reichhaltigen Ernte ab.

Bis mittags untersuchen Brandursachenermittler der Polizei die übrig gebliebenen Trümmer. "Wir ermitteln bislang noch in alle Richtungen", sagt Sprecher Patrick Franke. Bis jedoch gesicherte Ergebnisse vorliegen, könne es eine Weile dauern. Angaben zur Schadenshöhe konnte die Polizei am Freitag noch keine machen. Versichert seien die Lauben nicht, sagt Karin Stapel. "Der Verein wird aber beim Wiederaufbau helfen", sagt Uwe Jakobeit.

Der Verein an der Adlerwiese hat insgesamt vier syrischstämmige Mitglieder, erzählt die Vorsitzende. Obwohl man sich meist nur mit "Händen und Füßen" verständigen könne, würde sie alle anpacken, sobald es in der Gartenanlage etwas zu tun gibt. "Eine mögliche Brandstiftung wäre das Schlimmste überhaupt", sagt Karin Stapel. Lange Zeit hätten die Gartenfreunde Ruhe gehabt. Vor vielen Jahren hatte es einmal eine Serie von Brandstiftungen in der Anlage gegeben. Doch der Täter war gefasst worden, erinnert sich Stapel. Das sei lange vor ihrer Zeit als Vereinsvorsitzende gewesen.

Obwohl die Feuerwehr das Niederbrennen der Hütte nicht verhindern konnte, ist Einsatzleiter Kießling froh, dass niemand verletzt wurde. "Außerdem konnten wir ein Übergreifen der Flammen auf andere Parzellen verhindern."

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