Löschwasser ist in einigen Glauchauer Stadtteilen knapp

Der Brandschutzplan skizziert die aktuelle Lage der Löschwasserversorgung. Ergebnis: Sie muss verbessert werden.

Glauchau.

Eines der beiden Wirtschaftsgebäude des Vierseitenhofes steht lichterloh in Flammen. Die komplette Glauchauer Wehr ist ausgerückt. Um die notwendige Wasserversorgung stabil zu halten, werden weitere Wehren aus Waldenburg, Limbach-Oberfrohna, Lichtenstein und Remse sowie die Berufsfeuerwehr Zwickau gerufen. Wasser wird aus dem Teich gepumpt. Doch das reicht bei Weitem nicht aus. Um die Einsatzkräfte mit mehr Löschwasser zu versorgen, pendeln zwischen den umliegenden Teichen und dem Brandort mehrere Tanklöschfahrzeuge hin und her. Zwei Landwirte stellen ebenfalls Tankwagen zur Verfügung. Die Szene spielte sich am Abend des 4. März 2017 in Ebersbach ab.

"So etwas sollte sich nicht wiederholen", sagt Frank Schubert aus Reinholdshain. Er nutzte diese Woche die Gelegenheit, während der Fragestunde mit dem Glauchauer Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) auf das Problem der Löschwasserversorgung in dem Glauchauer Ortsteil aufmerksam zu machen. Ein Großteil der Teiche und Bäche sei trocken beziehungsweise zugewachsen. Was hinsichtlich der Verbesserung der Situation getan werde, wollte er wissen. "Wir beginnen damit, ein Löschwasserkonzept zu erarbeiten", sagte Dresler, es werde also etwas getan.

Ein Blick in den aktuellen Brandschutzbedarfsplan verdeutlicht die Situation. Die Feuerwehr kann auf ein umfangreiches Hydrantennetz sowie die Zwickauer Mulde und den Lungwitzbach zurückgreifen. Hinzu kommen verschiedene Teiche. Aber: "trotz der vorhandenen Löschwasserentnahmestellen ist festzuhalten, dass gerade in den Bereichen der Oberstadt, aber auch im Ortsteil Reinholdshain sowie in Teilbereichen von Niederlungwitz, Wernsdorf und Gesau/Höckendorf/Schönbörnchen eine augenscheinlich unzureichende Löschwasserversorgung vorliegt", heißt es in dem Papier. Mit Tanklöschfahrzeugen und der taktischen Einheit Schlauchwagen Niederlungwitz werde dem entgegenwirkt. Dennoch kann "fehlendes Löschwasser für Teilbereiche nicht mittels Technik der Feuerwehr kompensiert werden", heißt es weiter. Mithilfe der Technik, insbesondere der Tanklöschfahrzeuge, lassen sich "allemal kurze Zeiträume zum Aufbau einer Schlauchleitung von einer geeigneten Löschwasserentnahmestelle her überbrücken". Deshalb ist laut Brandschutzbedarfsplan ein Löschwasserkonzept, das die konkreten Probleme der Löschwasserversorgung benennt und Lösungen aufzeigt, notwendig. Und dafür haben die Arbeiten begonnen.

Glauchaus Stadtwehrleiter René Michehl sagt: "Es wurde seitens der Stadt Glauchau ein Auftrag an ein Ingenieurbüro erteilt, um in einem ersten Schritt den Ist-Zustand der Löschwasserversorgung zu ermitteln." Das Ergebnis soll dann ausgewertet werden, um mit entsprechender Priorisierung Maßnahmen zur Verbesserung des Versorgungszustandes abzuleiten. "Als Feuerwehr hoffen wir, dass das Ergebnis spätestens im ersten Halbjahr 2020 vorliegt und die ersten erforderlichen Maßnahmen spätestens 2021 umgesetzt werden", sagt Michehl.

Ein solches Konzept stehe im engen Zusammenhang mit dem sächsischem Gesetz über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, wonach die Stadt Glauchau als örtliche Brandschutzbehörde für die Sicherstellung einer den örtlichen Verhältnissen entsprechenden ausreichenden Löschwasserversorgung zuständig sei.

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