Lynchburg lässt sich hinter die Kulissen schauen

Vier Glauchauer haben für zwei Wochen die amerikanische Partnerstadt besucht. Der Aufenthalt im Bundesstaat Virginia hat in mancherlei Hinsicht überrascht.

Glauchau.

Viele Eindrücke hat eine vierköpfige Delegation aus Glauchau vom Aufenthalt in der amerikanischen Partnerstadt Lynchburg mitgebracht. Marcus Steinhart, Leiter des Fachbereichs für Bürgerservice, Schule und Jugend, war gemeinsam mit den Feuerwehr-Vertretern Uwe Clemens, Robby Putin und Jochen Glös in der 78.000-Einwohner-Stadt. Das Quartett hat für die zweiwöchige Reise extra Urlaub genommen. Die Kosten für den Flug übernahm die Stadtverwaltung, die zur Höhe der Reisekosten schweigt.

Ehrenamt: Eine große Bedeutung nimmt in Lynchburg die Würdigung des ehrenamtlichen Engagements ein. Das hat Marcus Steinhart bei der Teilnahme an einer Sitzung des Stadtrates festgestellt, wo in einem Tagesordnungspunkt über Ehrenamtsprojekte informiert wurde. Auch an vielen Einrichtungen können die Namen von Firmen und Privatpersonen, die Spenden zur Verfügung stellten, gelesen werden. "Die ehrenamtliche Arbeit hat in Lynchburg in der Gesellschaft einen viel höheren Stellenwert als bei uns", sagte Marcus Steinhart.

Feuerwehr: Uwe Clemens, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr in Glauchau, hat bei den Brandschützern in der Partnerstadt viel Bekanntes gesehen. Bei der Ausbildung und bei der Technik gibt es aus seiner Sicht keine großen Unterschiede. Allerdings verfügt Lynchburg über eine Berufsfeuerwehr, während die Aufgabe in Glauchau ausschließlich durch ehrenamtliche Kräfte übernommen werden muss. Ein Unterschied: In Lynchburg gibt es eine Rettungsleitstelle, die die Notrufe für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst entgegennimmt. Sie ist supermodern ausgestattet. "Der Disponent sieht neben der Telefonnummer auch Name, Geburtsdatum und Adresse des Anrufers", sagt Clemens.

Bildung: Positiv überrascht war die Delegation von den Bildungseinrichtungen in Lynchburg. Mit moderner Technik wird für eine praxisorientierte Vorbereitung auf die spätere Tätigkeit in der Gesundheitsbranche und der Automobilindustrie gesorgt. "Man merkt, dass ganz andere finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung stehen", sagte Steinhart. Ein großer Unterschied: Die Lehrkräfte sind in Lynchburg direkt bei der Stadt angestellt. "Dadurch gibt es nicht so ein kompliziertes System wie bei uns, wo sich die Stadt um die Bildungseinrichtung und der Freistaat um die Lehrer kümmern", so Steinhart.

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