Marihuana im Marktwert von 12.000 Euro verkauft

Ein Mann aus St. Egidien ist 2017 ins Drogengeschäft eingestiegen. Doch das war nur eine kurze Episode, die jetzt auf der Anklagebank endete.

Hohenstein-Ernstthal.

Richter Manfred Weber bringt es in der Urteilsverkündung noch einmal auf den Punkt: "Wer Straftaten begeht und daraus Einkünfte erzielt, dem werden diese Einkünfte wieder weggenommen. Das hat der Gesetzgeber so verfügt." Deshalb muss ein heute 24-Jähriger aus St. Egidien den Wertersatz von rund 3000 Euro löhnen.

Das ist nur der schmerzliche Zuschlag zur eigentlichen Strafe, die der junge Mann wegen unerlaubten Handeltreibens und Besitzes von mit Betäubungsmitteln kassiert hat. Ein Jahr und zwei Monate bei zwei Jahren Bewährung lautete das Urteil. Sein Drogenlieferant ist inzwischen auch verurteilt. Er bekam zwei Jahre auf Bewährung.


Der Angeklagte soll immerhin Marihuana im Marktwert von rund 12.000 Euro an den Mann gebracht haben. Zwischen Februar und Oktober 2017 hatte der damals 22-Jährige rund 1,2 Kilogramm Marihuana gekauft - Preis pro Gramm: sechs Euro. Vertickt hat er die Drogen aber für zehn Euro pro Gramm. Bis dahin war der Angeklagte für Justitia ein unbeschriebenes Blatt, hatte sich nichts zu Schulden kommen lassen. So schnell wie die kriminelle Karriere bei ihm begann, war sie auch wieder zu Ende. Denn am 13. April 2018 stand plötzlich die Polizei vor der Tür. Die Beamten fanden nicht nur 5,7 Gramm Haschisch, sondern auch die typischen Utensilien zum Portionieren des Stoffs, wie Clip-Tüchen, aber auch ungeöffnete Drogentester. Außerdem entdeckten die Ermittler einen Bullenschocker. "Ich will gar nicht fragen, ob Sie sich den zugelegt haben, weil die Kundschaft, der Sie das Zeug verkaufen, auch nicht gerade die Feinste ist", mutmaßte Richter Weber. Die Taschenlampe mit Blitzschocker habe er im Angelzubehör seines verstorbenen Vaters gefunden, versicherte er. Richter Weber, selbst passionierter Angler, hegte da echte Zweifel: "So etwas zu benutzen, ist auch für Angler streng verboten."

Selbst habe er kaum Drogen konsumiert, versicherte der Angeklagte. "Ich habe höchstens mal einen Joint geraucht. Harte Drogen habe ich nie angerührt", so der Angeklagte. Er hatte das abschreckende Beispiel direkt vor Augen. Seine Freundin habe Crystal genommen und sei nicht mehr davon weggekommen. Deshalb ging die Beziehung auch in die Brüche.

Der Schock der Haussuchung wirkte. Seitdem habe er keine Drogen mehr angerührt. Bald wird er Vater, verdient in der Metallindustrie gutes Geld und baut sich gerade eine eigene Familie samt eigenes Häuschen auf. Die gute Sozialprognose kauften ihm Staatsanwaltschaft und Schöffengericht ab. Und sie berücksichtigten ebenso sein volles Geständnis. Ein Jahr und zwei Monate Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden kann, beantragte Staatsanwalt Ansgar Orlik. Die Verteidigung ging mit dem Antrag mit. Für das Gericht war diese Einigkeit ein Grund mehr, ebenso zu urteilen.

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