Meerane beseitigt letzte Industriebrache

Hier können Sie sich den Artikel vorlesen lassen:

Grünes Licht für den Abriss der alten Segeltuchfabrik: Im Januar soll es losgehen. Noch ist aber unklar, wie viele Tonnen Altlasten im Boden liegen.

Meerane.

Der Rückbau der Kammgarnspinnerei sei schon ein riesiges Projekt gewesen. Bei der Drews-Brache an der Äußeren Crimmitschauer Straße in Meerane, die nun auch bald aus dem Stadtbild verschwindet, spricht Kerstin Götze, Dezernentin für Bauwesen und Umwelt, von einem Mega-Abriss. Den haben die Stadträte trotz Lockdowns noch am Dienstagabend in der Stadthalle mit der Vergabe der Bauleistungen auf den Weg gebracht - und zwar einstimmig. "Das ist ein ganz wichtiger Beschluss", begründete Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) zuvor die Zusammenkunft des Gremiums in Coronazeiten. So ging der Millionenauftrag an die im thüringischen Schmölln ansässige Firma Bauer Industriesanierung. Vergabesumme: 2,89 Millionen Euro.

Wie Götze weiter erklärte, forderten 31 Betriebe die Ausschreibungsunterlagen an. Aber nur 14 Unternehmen gaben Angebote ab. Die Rathausmitarbeiterin rechnet damit, dass die Arbeiten im Januar begonnen. Der Abriss soll im Oktober abgeschlossen sein. "Das ist ein ehrgeiziges Ziel", fügte Ungerer an. Es sei aber zu schaffen. Denn im Vergleich zur Kammgarnspinnerei müsse in der ehemaligen Segeltuchfabrik wenig ausgeräumt werden. Dennoch besteht laut Ungerer "ein gewisses Risiko", was Zeitablauf, Kosten und die zu erwartende Menge an Altlasten betrifft. Denn erst nach dem Entfernen der Bodenplatte lasse sich genau ermitteln, wie viele Tonnen Altlasten abtransportiert und entsorgt werden müssen. "Die bisherigen Erkundungen waren begrenzt", sagte Ungerer. So sollen etwa 4000 Tonnen Haldenmaterial aus dem vogtländischen Zobes in Meerane liegen. Zudem rechnet das Fachbüro mit circa 10.000 Tonnen Haldenmaterial von der Uranerz-Aufbereitungsanlage Crossen. "Es kann also sein, dass wir weitere Fördermittel beantragen müssen", so der Bürgermeister. Er habe dazu bereits mit den zuständigen Stellen Kontakt aufgenommen. Das per Bescheid zugesagte Fördergeld beläuft sich auf 3,12 Millionen Euro.

Entnahme, Transport und Entsorgung der Altlasten sind Teil des Entsorgungskonzeptes der beauftragten Firma. "Uns liegen dazu einschlägige Nachweise vor. Das ist kein Neuland für das beauftragte Unternehmen", so der Rathauschef, der sagt, dass es sich um die letzte große Brache handelt, "die auf der Agenda stand".

Während des Abrisses der Drews-Hallen auf dem 5,5 Hektar großen Areal muss die angrenzende Äußere Crimmitschauer Straße nicht gesperrt werden. Da am Ende nur der denkmalgeschützte Backsteinbau stehen bleibt, hatten einige Stadträte nach der künftigen Nutzung gefragt. "Es gibt genügend Nachnutzungskonzepte", entgegnete Ungerer. Er empfahl, über die Zukunft des historischen Teils der Fabrik Mitte des kommenden Jahres zu sprechen. Das gesamte Areal soll zu einer Parkanlage entwickelt werden - mit Sitzgelegenheiten, viel Grün und einer Wasserfläche. Darauf hatte sich der Stadtrat bereits im Frühjahr 2019 geeinigt.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.