Minister testet Fahrrad mit ABS

Martin Dulig mahnte zum Verkehrssicherheitstag mehr Rücksichtnahme an. Viele Verkehrstote würden auf das Konto von Fahrern gehen, die sich nicht an Regeln halten.

Hohenstein-Ernstthal/Oberlungwitz.

Der sächsische Verkehrssicherheitstag - ein Event mit hohem Unterhaltungswert. Aber auch mit einem ernsthaften Hintergrund.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) sagte am Sonntagvormittag bei der Eröffnungsrede der 20. Auflage dieser beliebten Veranstaltung auf dem Sachsenring: "Manchmal denkt man, unsere Straßen sind ein Kampfplatz." Der Politiker spielte auf die Autofahrer und Motorradfahrer an, die sich nicht an die Regeln halten und damit das Leben anderer gefährden. "Es gibt doch nicht nur Staus auf unseren Straßen, die auf Baustellen zurückzuführen sind", so Martin Dulig weiter. Viele Staus würden durch Unfälle verursacht, die mit mehr Rücksicht nicht passiert wären. Seit 2008 gab es auf Sachsens Straßen fast 2000 Tote. Viele könnten noch leben, wenn sich Verkehrsteilnehmer an die Regeln gehalten hätten. Dulig: "Es steht die Frage: Wie kann ich mit meinem eigenen Verhalten zu mehr Sicherheit beitragen?" Im kommenden Doppelhaushalt wolle die sächsische Landesregierung erneut mehr Geld für die Verkehrssicherheit ausgeben. Genaue Zahlen nannte er jedoch nicht. Ein 130-Tempo-Limit wie zum Beispiel in Dänemark wird es auf deutschen Straßen in absehbarer Zeit nicht geben. Da fehle leider die gesellschaftliche Akzeptanz, so der SPD-Mann. Er setzte sich am Sonntag auf dem Sachsenring auf ein Fahrrad. Allerdings auf kein gewöhnliches. Dulig testete ein E-Bike mit Antiblockiersystem. "Eigentlich bevorzuge ich lieber Radfahren mit Muskelkraft", lachte er vor dem Start vor dem Publikum. Dann wurde er aber ernst und ermahnte alle, beim Radfahren einen Schutzhelm aufzusetzen, auch wenn es dafür keine gesetzliche Pflicht gäbe. Dann ging es mit dem Pedelec eine Runde auf den Sachsenring. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 25 Stundenkilometer. Jürgen Bönninger, der Geschäftsführer der Firma FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH, erläuterte kurz Sinn und Zweck des Antiblockiersystems. "Das System minimiert das Risiko, beim Bremsen auszurutschen. Und ich kann beim Bremsen weiter lenken", sagte Bönninger. Als Minister Dulig mit dem Pedelec wieder ins Fahrerlager kam, zeigt er sich zufrieden. Er sagte: "Ich habe das ABM nicht anwenden müssen. Aber es ist ein schönes Gefühl, wenn man weiß, man hat es."

Dulig erklärte im Anschluss, dass er sich für den Bau von sogenannten Radschnellwegen im Freistaat beim Bund stark machen will. Vier seien bereits beantragt.

Mehr zum sächsische Verkehrssicherheitstag lesen Sie auf Seite 2 (Sachsen).


Der heißeste Job

Die Sonne knallte am Sonntag den ganzen Tag auf das Veranstaltungsgelände beim 20. sächsischen Verkehrssicherheitstag. Fast 30 Grad im Schatten. In der Sonne? Noch viel mehr. Und unter dem dicken, gefütterten Kostüm von Polizei-Maskottchen Poldi? Das will man gar nicht wissen. "Freie Presse" hat den Beamten der Polizeidirektion Zwickau gefragt: "Wie geht es Ihnen?" - "Nicht besonders angenehm. Die Klamotten untendrunter total durchgeschwitzt", lautete die Antwort. Zweimal 30 Minuten war Poldi am Sonntag auf Achse. Mehr war dem Beamten nicht zuzumuten.

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