Mit Breitbandausbau wird Meerane zur Baustelle

Gleich mehrere Großprojekte starten in diesem Jahr in der Stadt. Darauf hat der Rathauschef die Einwohner eingeschworen.

Meerane.

Knapp 60 Einwohner haben am Donnerstagabend in der Stadtbibliothek den Meeraner Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos) mit Fragen gelöchert. Hier eine Zusammenfassung der brennendsten Themen, die während der Einwohnerversammlung erörtert wurden. Verkehrsverbünde: Ungerer will sich weiter bei den übergeordneten Behörden, vor allem beim Kreis dafür stark machen, damit "endlich die Deregulierung der Verkehrsverbünde" erfolgt. Ein erster Schritt in die richtige Richtung könnte seiner Ansicht die Verzahnung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes mit dem Verkehrsverbund Mittelsachsen sein. "Dann wäre das Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durchaus attraktiv", so Ungerer. Allein die unterschiedlichen Preise der Verbünde würde abschrecken. Turbo-Internet: Bei diesem Punkt drehte sich alles um den Baubeginn. Ungerer stellte klar, dass der Baustart vom "finalen Förderbescheid" abhängt. Mit dem wird in wenigen Monaten gerechnet, sodass danach mit den Stadtwerken ein Vertrag geschlossen wird. Die Stadtwerke, die innerhalb des Bieterverfahrens für den Breitbandausbau in der Stadt als Sieger hervorgegangen sind, würden bereits Tiefbaufirmen nach Kapazitäten abfragen - und das weltweit. In dem Zusammenhang entschuldigte sich der Rathauschef bereits vorab bei den Anwesenden. Der Grund: Mit dem Verlegen der Glasfaser machen sich Erdarbeiten auf einer Länge von 86 Kilometer erforderlich. "Die Stadt wird zur Baustelle, das sorgt für Behinderungen im Verkehr." Dort, wo bereits vor Jahren Tele Columbus in der Stadt Meerane für schnelles Internet gesorgt hat, wird nach Darstellung von Ungerer kein Glasfaser verlegt. Waldsachsen: Noch vor der Sommerpause, das hat der Verwaltungschef versprochen, will er sich mit den Einwohnern des Ortsteils treffen, um über die Varianten zur Verkehrsberuhigung zu sprechen. "Wir haben bereits 16 Anregungen der Bürger erhalten", sagte Ungerer. Neben einer Tempo-30-Zone seien versenkbare Poller empfohlen worden. "Wir haben kein Problem, Waldsachsen zuzumachen", sagte er. Der Bau der Ortsumfahrung Waldsachsen, die zugleich als Erschließungsstraße fürs Gewerbegebiet Meerane-Crimmitschau gilt, soll Ende Mai beginnen. Dann ziehe in Waldsachsen Ruhe ein, da mit dem Bau des Verkehrsknotens sowie Regenrückhaltebeckens im westlichen Teil des Gewerbegebietes begonnen und die Straße Richtung Crimmitschau dicht gemacht wird. Große Zustimmung fand der Vorschlag von Ungerer, die Ortsumgehung Waldsachsen an die B 93 anzubinden.

Toiletten: Erhebliche Sachbeschädigungen und massive Verunreinigungen haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass die bestehenden öffentlichen Toiletten in der Stadt geschlossen werden mussten. Deshalb prüft die Verwaltung derzeit möglichte Standorte für neue und vor allem moderne Toilettenanlagen. Laut Rathauschef könnten hierfür der neue Platz an der Glauchauer Straße sowie Standorte an der Badener Straße (einstige Toilette gegenüber Einfahrt zum Parkplatz) und an der Marienstraße (Höhe Einmündung Friedrichstraße) infrage kommen. Remser Weg: Ungerer verteidigte erneut den geplanten Rückbau der Wohnblöcke Remser Weg 6-12 und 14-20. Allein in dem Wohngebiet bewegt sich der Leerstand wegen des Demografie-Wandels bei 35 Prozent - Tendenz steigend. "Die entgangene Miete fließt in die Bilanz der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft als Verlust ein", so der Stadtchef.


E-Mobilität: In Regie der Stadtwerke soll in Kürze mit dem Bau der ersten E-Tankstelle in Meerane begonnen werden. Geplant sind im Stadtgebiet in den nächsten Jahren bis zu vier Ladesäulen.

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...