Mit Hilfe in den ersten Arbeitsmarkt

Cindy Hartig und André Gehrke arbeiteten lange Zeit in der Werkstatt für angepasste Arbeit, der "Lebensbrücke". Nun gehören sie zum Team des Antriebsspezialisten SEW in Meerane.

Niederlungwitz/Meerane.

Die ehemalige Werkstatt für Menschen mit Behinderung "Lebensbrücke" in Glauchau-Niederlungwitz heißt seit einiger Zeit Werkstatt für angepasste Arbeit. Denn damit kommt ihre Aufgabe besser zum Ausdruck: Sie bietet Menschen mit Handicap sinnvolle Arbeiten entsprechend ihrer Bedürfnisse und Fähigkeiten an. Das Konzept hat auch das Ziel, Betroffene, wenn möglich, an eine Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt heranzuführen.

Dabei gibt es Erfolge. Mit Cindy Hartig wechselte Anfang des Monats eine junge Frau aus der Werkstatt in einen Außenarbeitsplatz in die Firmenhallen des Antriebsspezialisten SEW im Meeraner Gewerbegebiet. "Ich habe schon ein paar Wochen Praktikum gemacht. Ich weiß, wie es hier alles ist. Das ist also kein Unterschied", sagt Cindy Hartig. Dort ist mit André Gehrke bereits ein Mitarbeiter beschäftigt, der früher in der Werkstatt in Niederlungwitz tätig war. "Er hat sich dort wirklich weiterentwickelt", weiß Christian Rietzsch, der in der Werkstatt für angepasste Arbeit Inklusionsbeauftragter und Jobcoach ist. Er schaut regelmäßig in Meerane vorbei und hat auch bei der Einarbeitung geholfen. Da André Gehrke neue Aufgaben übernehmen konnte und beispielsweise bei der Logistik oder Lackierarbeiten hilft, gab es in der Firma erneut Bedarf. Deshalb wandte sich SEW wieder an die Werkstatt. Nun sorgt Cindy Hartig in der Servicewerkstatt von SEW für Ordnung und Mülltrennung. "Die beiden gehören zum Team, sie tragen Firmenkleidung, sie nutzen die Sozialräume wie alle anderen. Es war eine gute Entscheidung", sagt Werkstattleiter Franz Rummel. Er kannte das Konzept der Außenarbeitsplätze aus anderen Niederlassungen des Großunternehmens. Dort wurden gute Erfahrungen damit gemacht.

Jobcoach Christian Rietzsch, der sich für diese Aufgabe weitergebildet hat, freut das. Es gibt acht Außenarbeitsplätze, unter anderem bei Friweika und bei der Volkssolidarität. Rietzsch ist stets auf der Suche nach Firmen, die mitziehen und knüpft deshalb neue Kontakt oder berät, wenn Interesse besteht. Vor allem im Bereich von Hilfs- und Nebentätigkeiten gibt es Möglichkeiten für die Menschen aus der Werkstatt für angepasste Arbeit, in der rund 270 Mitarbeitende tätig sind. "Einsatzmöglichkeiten sehe ich in einer Vielzahl von Branchen", sagt Christian Rietzsch. Die Schaffung von Außenarbeitsplätzen lohnt sich auch für die Firmen, denn wenn sie Tätigkeiten für Menschen mit Handicap anstellen, profitieren sie finanziell. Direkt angestellt sind Cindy Hartig und André Gehrke aber bei SEW nicht. Sie gehören offiziell zur Werkstatt für angepasste Arbeit, was verschiedene rechtliche Hintergründe hat. In der Praxis ist dabei aber wenig zu spüren.

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