Motive stammen aus Alltag und Umfeld der Malerin

Tina Gehlert stellt eine Auswahl ihrer Aquarelle im Meeraner Kunsthaus aus. Für die Zwickauerin steht fest: Die Natur ist der größte Künstler.

Meerane/Zwickau.

Längst kennt sie Tricks, wie sie Wasserfarben bändigt. "Die machen oft nicht das, was sie sollen", erklärt Tina Gehlert, die sich voll und ganz der Aquarellmalerei verschrieben hat. Und das schon seit 20 Jahren. Daher verwundert es kaum, dass die Planitzerin ab und an auf Ausstellungen in der Region ihre Werke einem breiten Publikum vorstellt. So stellte die 53-Jährige vor gut drei Jahren 28 Aquarelle auf der Burg Schönfels aus. Zur nächsten Schau "Art of Aquarell" in der Meeraner Kunstgalerie werden es einige Werke mehr sein. "Ich bin gerade beim Auswählen. Immerhin gibt es 45 Bilder von mir zu sehen", freut sich Gehlert.

Sie malt seit ihrer Kindheit, war beispielsweise unter den Fittichen von Heinz Jähn und Edgar Klier. Heute findet sie am Arbeitstisch in ihrem Garten Entspannung vom Job als Kauffrau. "Malen ist Handwerk", unterstreicht sie. Vor allem bannt sie leidenschaftlich gern die Natur und Landschaften, aber auch Motive aus ihrer Heimatstadt Zwickau aufs Papier. Auch Italien hat es ihr wie so vielen Künstlern als Ort zum Arbeiten angetan. Und nicht nur das: Sie überrascht neuerdings mit ausgefallenen Motiven, die Raum für Fantasie und Träumereien lassen. Die besten Arbeiten veröffentlicht sie jährlich in einem Monatskalender.


Sie geht unbeirrt seit Jahren ihren eigenen Weg. "Aus Faszination wurde Leidenschaft", blickt sie zurück. Die Aquarellfarben zu beherrschen, darauf kommt es ihr an. "Der Fluss der Farben, das Spiel mit dem Medium faszinieren mich bei der Umsetzung der Motive", erklärt sie. Motive, die Gehlert aus ihrem Alltag, aus ihrem Umfeld, aus ihrer Umgebung herausgreift, aber auch auf ihren Reisen findet. So bezeichnet sie die Natur als den größten Künstler, in ihr würden sich Themen und Motive offenbaren. Zudem hat sie sich bei der künstlerischen Umsetzung nach und nach von kleine Papierformaten gelöst. Nicht ohne Grund: "Gedanken lassen sich auf Großformaten viel besser zum Ausdruck bringen."

Unterdessen bietet sie selbst private Kurse und Seminare an, um ihre künstlerischen Erfahrungen weiterzugeben. An der Aquarellmalerei fasziniert sie die Leichtigkeit, die Transparenz: "Das ist für mich echte Lebensfreude, eine der schönsten Techniken", stellt Gehlert klar. Zugleich aber auch eine der schwersten: "Wenn ich in Öl arbeite, kann ich erst den Rasen malen und dann das Gänseblümchen. Beim Aquarell muss ich beim Gras das Gänseblümchen schon mitdenken", erläutert sie. Daher sei die Aquarellmalerei für sie eine unerschöpfliche Spielwiese für Sinnlichkeit und Kreativität. Neben dem Handwerk will sie das ebenso ihren Kursteilnehmern vermitteln. Ähnlich verhält es sich mit den Mitstreitern des von ihr vor etwa zwei Jahren gegründeten Kreativclubs. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Frauen unter anderem aus Zwickau, Schmölln, Greiz sowie Chemnitz, die die Künstler seit vielen Jahren schon begleiten. "Fast alle haben damals meine Kurse an der Volkshochschule besucht", blickt Gehlert zurück. In diesem Zusammenhang betont die Westsächsin immer wieder, dass sie zwar den Interessierten die Technik weitergibt, um die künstlerische Inspiration müsste sich aber jeder selbst bemühen. "Ebenso wichtig ist, dass jeder nach und nach seine eigene Handschrift findet", fügt sie an. Dabei würde sie stets ihre Unterstützung anbieten.

Inzwischen wächst die Vorfreude auf ihre Ausstellung im Meeraner Kunsthaus, wo ein Querschnitt der verschiedener Motivkompositionen vom 15. Mai bis 14. Juli zu sehen ist. "Die Malerei treibt mich an, gibt mir Kraft. Sie ist zugleich eine Insel der Zufriedenheit", so Gehlert. Das sieht der Kunstverein Meerane nicht anders. "Wir freuen uns sehr, dass wir Tina Gehlert für unsere Galerie gewinnen konnten", so Thuy Winkler vom Vorstand des Kunstvereins, der die Galerie betreibt. Neben Ausstellungen finden in den Räumen zunehmend auch andere Kulturveranstaltungen statt.

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