Müllberge: Was von Silvester übrig bleibt

Der Tag nach Silvester ist meist nicht so berauschend - vor allem für die Mitarbeiter der Bauhöfe, die sich jährlich aufs Neue um die Feuerwerksreste kümmern müssen.

Glauchau/Waldenburg.

Feuerwerkskörper, Böller und funkensprühende Batterien. Das bunte Spektakel am Himmel und das laute in den Straßen ist für viele Menschen der Höhepunkt der Silvesternacht. Einst war der Brauch zur Vertreibung böser Geister gedacht, doch vielen, die für das Vergnügen tief in die Tasche greifen, dürfte das heute relativ egal sein. Hauptsache, es kracht, pfeift und funkelt ordentlich. Gleichzeitig steht das Feuerwerk zunehmend unter Kritik. Es verschreckt Tiere, bei der Sprengung der mit Schwarzpulver gefüllten Raketen entsteht jede Menge Feinstaub - und die Städte strotzen am 1. Januar vor Müll, den es in stundenlangen Aufräumaktionen zu entfernen gilt. "Freie Presse" hat sich zu diesem Thema in der Region umgehört.

Zwickau: Für die Müllentsorgung in der Stadt Zwickau wurde eine Reinigungsfirma beauftragt, was die Steuerzahler nach Angaben der Stadtverwaltung 3200 Euro kostet. Vom Wertstoffzentrum Zwickauer Land (WZL) waren drei Arbeiter im Einsatz. Sie wurden wie im Vorjahr von 20 Mitgliedern der muslimischen Jugendorganisation Ahmadiyya unterstützt. Die Aktion dauerte knapp sieben Stunden. Das WZL gab an, dass die Verschmutzung in diesem Jahr stärker als im vergangenen ausfiel. Der meiste Müll fand sich auf dem Neumarkt. Grundsätzlich obliegt die Beseitigung der Verunreinigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen dem Verursacher, teilte die Stadtverwaltung Zwickau mit. Allerdings, wer kontrolliert das zu Silvester schon? Am Donnerstag waren auch noch Mitarbeiter der Beschäftigungsförderung Zwickau Service GmbH bei weiteren Aufräumarbeiten im Einsatz.

Glauchau: Schon am 1. Januar hatten sich zwölf Mitarbeiter mitsamt Kehrmaschine des Bauhofs um den Müll gekümmert. In Glauchau kamen sechs Kubikmeter Böllerabfall zusammen, zwei der Arbeiter werden noch eine Woche die vorhandenen Reste beseitigen, sagte Stadtsprecherin Bettina Seidel. Die Kosten für die Räumaktion belaufen sich auf 1500 Euro, hiebei ist allerdings nur der 1. Januar berücksichtigt. Zu den am stärksten vermüllten Stellen der Stadt zählten laut Seidel der Markt und der Chemnitzer Platz. Der Müll wird bald verschwunden sein, aber als ärgerlich bezeichnet die Sprecherin mehrere zersprengte Müllkörbe. Ansonsten seien Aufwand und die Masse des Mülls dem Vorjahr ähnlich. Werdau: In Werdau waren seit den frühen Morgenstunden des 2. Januars sechs Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt mit drei Fahrzeugen unterwegs, um den Müll zu entfernen. Sie kümmerten sich um Straßen und kommunale Grundstücke in Werdau und den dazugehörigen Ortsteilen. Am stärksten betroffen war die Werdauer Innenstadt, etwa der Marktplatz und der Massipark. Viele Menschen räumten aber auch selbst die vermüllten Straßen und Fußwege auf, sagte André Kleber von der Stadtverwaltung Werdau.

Hohenstein-Ernstthal: Vier Stunden dauerte die Aktion "Dreck weg" in Hohenstein-Ernstthal. Dabei kamen zehn Kubikmeter Müll zusammen, der von zehn Mitarbeitern des Bauhofs gesammelt wurde. "Es war etwas weniger als im Vorjahr", sagte Enrico Dietz vom städtischen Bauhof. Schwerpunkt des Silvestermülls war der Pfaffenberg, da dieser mit seinen 479 Metern Höhe besonders dazu einlädt, dort sein Feuerwerk zu zünden.

Waldenburg: Sieben Mitarbeiter des Waldenburger Bauhofes waren bereits am 1. Januar des neuen Jahres auf den Beinen, am 2. Januar kümmerten sich zwei Arbeiter um die Reste. Auf dem Marktplatz, den Straßen und Parkplätzen wurden insgesamt drei Kubikmeter Müll gesammelt, zwei Kubikmeter mehr als noch 2018. Zudem gingen in der Silvesternacht drei Müllkörbe zu Bruch, sagte Jens Winter, Mitarbeiter des Waldenburger Bauhofs. Besonders viel Müll fand sich den Angaben zufolge auf dem Kirchplatz und auf der Muldenbrücke.

Crimmitschau: 600 Euro für den Einsatz der Firma SSD Entsorgung und Rohrreinigung und zuzüglich 1200 Euro Personalkosten hat die Stadt Crimmitschau für die Silvestermüll-Beräumung ausgegeben. Dazu kommen voraussichtlich noch einmal 1200 Euro Personalkosten für den 3. Januar, denn am heutigen Freitag sollen die letzten Böllerreste entfernt werden. Das macht insgesamt 3000Euro an Kosten. Neben der Firma arbeiteten zusätzlich sechs Kräfte des Crimmitschauer Bauhofs mit. Am stärksten waren laut Angaben der Stadtverwaltung die Fußgängerzonen rund um die Werdauer Straße und die Jahnstraße betroffen.

Region: Nicht nur einmal musste die für die Landkreise Zwickau und Vogtland zuständige Polizei in der Silvesternacht ausrücken. Sachbeschädigungen und Brände verursachten einen Schaden von insgesamt 21.500Euro, wie am Donnerstag auf Anfrage präzisiert wurde. Darunter fallen gesprengte Briefkästen und Zigarettenautomaten, zerstörte Müllcontainer und Schäden an Autos. 17 Anzeigen gingen allein wegen Sachbeschädigung ein, sagte Sprecher Christian Schünemann. In Werdau wurde ein Mann von einem Böller getroffen und musste mit einer Platzwunde in der Pleißentalklinik behandelt werden. (mit awo/hof/jwa/hpk)

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