Naturalienkabinett: Chefin bereitet Übergabe vor

Christina Ludwig ist nicht nur Workoholic und Fachfrau, sie ist auch werdende Mutter. Wer als Nachfolgerin nach Waldenburg kommt, war lange ein Geheimnis. Nun ist es raus.

Waldenburg.

Christina Ludwig zählt die Tage. Denn in vier Wochen, genauer gesagt am 23.August, geht die werdende Mama und Chefin des Waldenburger Naturalienkabinetts in den Mutterschutz- ihren Planungen zufolge voraussichtlich bis Ende 2019. Ihre Nachfolgerin arbeitet die 30-Jährige ab kommenden Mittwoch ein: Sie heißt Fanny Stoye und war unter anderem im Zeppelin-Museum in Friedrichshafen tätig. Sie hat sich einen Namen auf dem Gebiet der Provenienzforschung gemacht. Dabei steht diese Frage im Vordergrund: Woher kommen die gesammelten Museumsobjekte? Fanny Stoye findet es heraus.

"Ich bin überglücklich, dass ich diese Nachfolgerin gefunden habe", sagt Christina Ludwig, die während der Einarbeitung einen Schwerpunkt sieht: die für den 28. November geplante Eröffnung der Begleitausstellung. Noch geben sich aber im Erdgeschoss die Handwerker die Klinke in die Hand. Wenn alles fertig ist, können sich die Besucher unter anderem durch spektakuläre 3D-Animationen besser als bisher das Konzept und den Aufbau des Naturalienkabinetts erschließen. Denn bisher liefert die Präsentation in dem unter Denkmalschutz stehenden Kabinett keine Infos, um die Ausstellungsstücke klar einzuordnen. Zudem seien in dem 160 Quadratmeter großen Raum im Erdgeschoss ein museumspädagogischer und Multifunktionsraum geplant.

Damit längst nicht genug: Auch soll die Entstehung des Museums innerhalb der neuen Begleitausstellung nachvollziehbar gemacht werden. "Denn Kernstück des Museums ist die Naturalien- und Kunstsammlung der Familie Linck. Die Leipziger Apothekerdynastie hatte sie im 17. und 18. Jahrhundert zusammengetragen", erläutert die Leiterin der städtischen Einrichtung. So hatte der Museumsgründer, Fürst Otto Victor I. von Schönburg-Waldenburg (1785-1859), die Sammlung vom Nachlassverwalter der Apotheke, August Rohde, erworben und nach Waldenburg geholt.

Eine Geschichte, die natürlich auch die künftige Übergangsleiterin Fanny Stoye nur zu gut kennt. Und das kommt nicht von ungefähr. Sie studierte Kunstgeschichte, evangelische Theologie und Biologie in Leipzig und lebt noch heute in der Messestadt. Daher verwundert es kaum, dass Fanny Stoye nicht nur Waldenburg gut kennt, sondern sich auch schon im Naturalienkabinett umgesehen hat. "Das sind gute Voraussetzungen für die neue Aufgabe", so Christina Ludwig, die zudem hofft, dass die Leipzigerin auch Akzente bei der Vermarktung der Begleitausstellung setzt.

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