Naturnaher Ärger im Carolapark

Der liebevoll gestaltete Hinweis auf eine Glauchauer Blühwiese ist verschwunden. Der Bewerbung um das Stadtgrün-Label tut das aber keinen Abbruch.

Glauchau.

Das Schild ist verschwunden. Die Jungen und Mädchen aus der Kindertagesstätte "Minis und Maxis" hatten ein Bild gemalt. Darauf waren Insekten und eine Wiese zu sehen. Zu lesen war, dass es sich um eine Wiese handelt, die nicht gemäht wird, weil sie als Nahrungsgrundlage für die einheimischen Insekten dient. Das Bild wurde am Weg im Carolapark angebracht, um auf die dortige naturnahe Wiese hinzuweisen. Am Donnerstag war das Schild verschwunden, nur noch der Holzpfeiler ist übrig geblieben. Irgendjemand hat das von den Kindern gemalte Schild entfernt.

Doch der Bewerbung der Stadt Glauchau um das Label "stadtgrün naturnah" tut dies keinen Abbruch. Die Wiese im Carolapark ist eine von mehreren naturnahen Flächen, die es neuerdings in Glauchau gibt. Sie wird nur selten gemäht, sodass Gräser und Blumen wachsen und zur Blüte kommen können. Mit derartigen Flächen bewirbt sich die Stadt Glauchau um das Label, das bundesweit vergeben wird. Glauchau ist eine von insgesamt 15 Kommunen, die in die engere Auswahl gekommen sind. Der Verein "Kommunen für biologische Vielfalt" hatte diese Woche Vertreter nach Glauchau geschickt, die eine erste Bestandsaufnahme gemacht haben, wie der Dezernent im Rathaus, Steffen Naumann, sagt. "Dass das Schild der Kinder im Carolapark verschwunden ist, ist sehr ärgerlich", sagt Naumann.

Bis Ende August muss die Stadt nun dokumentieren, was sie im Hinblick auf die Erlangung des Labels "stadtgrüne naturnah" bislang getan hat. Dazu gehört unter anderem das Anlegen der Blühwiesen. Darüber hinaus müssen laut Naumann auch weitere geplante Maßnahmen aufgelistet werden. Ein solcher Maßnahmenplan soll bis Ende des Jahres aufgestellt sein, der dann in ein Strategiepapier umgearbeitet werden muss. Dieses müsse dann vom Stadtrat beschlossen werden. Bekommt die Stadt das Label, kann sie auf professionelle Unterstützung bauen, die kommunalen Grünflächen ökologisch aufzuwerten.

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