Neue S 288: Bauleute drücken aufs Tempo

Am Zeitplan für die Fertigstellung der Ortsumfahrung Waldsachsen gibt es keine Abstriche. Derweil wird der zweite Bauabschnitt ausgeschrieben.

Meerane.

Für den Chef der zuständigen Baufirma gibt es nichts zu rütteln: "Wir liegen im Zeitplan." Daran habe nicht zuletzt auch das Wetter einen großen Anteil. Fest steht: Der erste Bauabschnitt der Ortsumfahrung Waldsachsen, die durch das Gewerbegebiet Meerane-Crimmitschau führt, soll im Mai oder Juni kommenden Jahres fertiggestellt sein. Viele Waldsachsener hatten seit Jahren die Umfahrung und damit eine Verkehrsberuhigung im Ort gefordert. Nun wird die 6,8 Millionen Euro teure Straße gebaut.

"Wir sind mit den Arbeiten zur Bodenverbesserung im Straßenkörper auf einer Länge von rund 1,5 Kilometern fast fertig", sagt Isabel Pfeiffer, Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr in Dresden. Zudem seien bisher 35.000 Kubikmeter Erde für den Bau des Regenrückhaltebeckens im westlichen Teil des Gewerbegebietes bewegt worden. Insgesamt macht sich dafür ein 50.000 Kubikmeter Erdaushub erforderlich. Nicht nur das: Pfeiffer zufolge konnte der Kanalbau auf einer Länge von 450 Metern beendet werden. Ebenso seien derweil ein 500 Meter langer Ablauf vom Regenrückhaltebecken und eine Einleitstelle am Privatteich am Waldsachsener Bach fertiggestellt worden.

In dem Zusammenhang bestätigt Pfeiffer, dass in diesen Tagen auch die erforderlichen Ausschreibungen für den zweiten Bauabschnitt erfolgen. Dabei handelt es sich um den zu errichtenden Kreisverkehr, der die neue S 288 mit der Gablenzer Straße verknüpft. Außerdem soll später die neue S 288 an die B 93 angebunden werden. Für das Vorhaben hat laut Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos) der Freistaat bereits breite Unterstützung signalisiert.

Dass überhaupt der Bau der Ortsumfahrung rasch läuft, darauf setzt nicht zuletzt auch Cathleen Frost, Leiterin Strategie und Entwicklung bei der Metawerk AG. Denn die neue S 288 ist zugleich Erschließungsstraße für das 65 Hektar große Gewerbegebiet. Quasi eine Lebensader für die bereits angesiedelten Firmen, die ihre Produktionsanläufe nun genau planen müssten. Dazu gehörten neben DHL, Rhenus und Volkswagen auch die Unternehmen Adient, SAS Autosystemtechnik und Leoni. Wie Frost bestätigt, hat jetzt auch der Bau der Halle3 begonnen, deren Standort sich neben Rhenus und somit nördlich der neuen S 288 befindet. "Dort wird sich ein international im Automotive-Bereich tätiges Logistikunternehmen ansiedeln", sagt die Mitarbeiterin von Metawerk, das die Hallen errichtet und vermietet. Weitere Details nannte sie nicht. Nur so viel: Die Fertigstellung der Halle 3 ist für Mitte 2020 geplant. 22 Millionen Euro investiert Metawerk in den Neubau. Und für das ebenfalls noch freie Baufeld 5, das zu 85 Prozent auf Gablenzer Flur liegt, hat laut Frost die Stadt Crimmitschau inzwischen die Baugenehmigung erteilt.

"Es liegen viele Ansiedlungsanfragen für den Standort vor", sagt Frost. Derzeit würden die angesiedelten Firmen 1500 Mitarbeiter beschäftigen. Hinsichtlich der Vielzahl von Autozulieferern fügt sie an: "In elf Wochen bringt VW ein auf Elektrobasis angetriebenes Auto auf den Markt. Dabei ist Meerane jene Drehscheibe, die das ermöglicht." Denn viele wichtige Komponenten für dieses E-Auto kommen von den in Meerane angesiedelten Betrieben.

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