Neuer Park: Jugendliche wollen mitreden

Das Jugendzentrum H2 und das Café Taktlos haben eigene Ideen für das Mehrgenerationenareal an der Schlachthofstraße in Glauchau eingebracht und fordern mehr Mitbestimmung. Doch die Stadt gibt sich zurückhaltend.

Glauchau.

Die aktuellen Entwürfe für den geplanten Mehrgenerationenpark an der Glauchauer Schlachthofstraße stoßen auf Kritik. Die Jugendlichen vom Jugendcenter H2 und vom Café Taktlos haben ein Konzeptpapier erstellt, in dem sie eigene Anregungen abgeben und mehr Mitbestimmung bei der Planung einfordern. Doch ob ihre Ideen Gehör finden, ist offen. Die Stadtverwaltung positioniert sich dazu nicht eindeutig.

In dem Konzeptpapier, das der "Freien Presse" vorliegt, kritisieren die Jugendlichen die bisherige Beteiligung der Öffentlichkeit an dem Projekt. Zwar sei anfänglich den anliegenden Gruppen die Möglichkeit eingeräumt worden, ihre Vorstellungen einzubringen, doch mit dem Workshop an der Erich-Weinert-Schule im Juni 2017 habe diese Beteiligung abrupt geendet. Seitdem sei die Öffentlichkeit nicht mehr einbezogen worden, "ebenso wie nun eine restriktiv minimalistische Informationspolitik verfolgt wird", kritisiert die Jugendgruppe.

Aber nicht nur die aus ihrer Sicht zu geringe Mitsprachemöglichkeit ist Stein des Anstoßes, sondern auch die jüngst vorgestellten Pläne für das Areal stellen die Jugendlichen nicht zufrieden. Sie schreiben: "Eine kleine, möglichst kostenarme Umsetzung und damit einhergehende Angebotsarmut erfüllt nach unserem Verständnis die Anforderungen an einen Mehrgenerationenpark nicht." Tatsächlich sehen die ersten überarbeiteten Entwürfe eine geringere Ausstattung vor, als sie von den Workshop-Teilnehmern 2017 gewünscht worden ist. Aktuell geplant sind ein Platz für eine Boule-Fläche, zwei Schachtische und Sitzgelegenheiten sowie drei Rundflächen mit Spielgeräten für Kinder. Hinzu kommt eine Liegewiese. Das Konzeptpapier der Jugendlichen kritisiert: "Hier sollen Menschen verschiedener Generationen zusammenkommen (...). Ein Sandkasten mit einer Parkbank erfüllt genau diesen Zweck nicht und verschenkt das Potenzial des Geländes." Stattdessen machen sie eigene Vorschläge. Der Park solle sowohl Möglichkeiten zu Freizeitgestaltung bieten als auch als Lärmschutzbarriere zwischen dem H2 und dem benachbarten Wohngebiet dienen. Als sinnvoll erachten sie eine Wassermatschfläche oder einen Wasserspielplatz, Tischtennisplatten, Sport- und Fitnessmöglichkeiten, einen Streetballplatz sowie Kletterwände. Eine Internetumfrage habe eine deutliche Nachfrage nach solchen Angeboten erkennen lassen. In ihrem Papier fordern die Jugendlichen die Stadtverwaltung zu "einem konstruktiven Dialog und Kompromissbereitschaft im Interesse aller Gruppen" auf. Sie äußern die Erwartung, dass der Park ein erweiterbares Projekt bleibe.

Die Stadtverwaltung gibt weiterhin keine Zusage, dass die Öffentlichkeit noch einmal beteiligt werden könnte und verweist stattdessen auf das derzeit laufende Verwaltungsprozedere. "Der Stadtrat befasst sich bereits mit der Thematik", sagt Sprecher Timo Schade. "Es ist gegenwärtig jedoch nicht absehbar, wie lange die Beratungen in den Gremien andauern werden und wann dazu eine öffentliche Diskussion stattfinden wird." Offen sei noch immer das geplante Größenverhältnis zwischen dem Stadtteilpark und den vorgesehenen Wohnbauflächen. Auch über die Gestaltungsideen müsse sich der Stadtrat erst noch eine Meinung bilden.

Das Papier der Jugendlichen liegt jedenfalls dem Stadtrat und der Stadtverwaltung vor. Wie man damit umgeht, und ob Ideen in die Planung einfließen können, ist Schade zufolge noch offen. Das müsse erst in den Gremien diskutiert und beraten werden. Einen Zeitplan dafür nannte er nicht.


Matschspielplatz gewünscht

Bei einer Umfrage im Internet sind nach Angaben der Jugendlichen 982Stimmen abgegeben worden. Mehr als 200 Nutzer haben demnach für eine Wassermatschfläche votiert, mehr als 100 für eine Kletterwand sowie für Sport- und Fitnessmöglichkeiten. Die wenigsten Stimmen - je weniger als zehn - erhielten Schachtische, ein Windspiel und eine Skateranlage. Auf dem letzten Platz landete ein Gleichgewichtspfad für Senioren. (ael)

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