Neuer Träger, alte Sorge: Verkehr bei Kita bleibt kritisch

Im Januar hat die Glauchauer Berufsförderung die Kita in Oberwiera übernommen. Eine Baustelle kann auch sie nicht einfach beseitigen.

Oberwiera.

Eigentlich könnte die 100-Tage-Bilanz bei der Kita Kunterbunt gut ausfallen. Die Einrichtung in Oberwiera hat seit diesem Jahr mit der Glauchauer Berufsförderung (GBF) einen neuen Träger. Der Übergang verlief reibungslos, heißt es sowohl von der Kita als auch von der Gemeinde, die den Kindergarten übergeben hat.

Verkehrssituation: Daran kann aber auch der neue Träger zunächst nichts ändern. Da sich das Haus direkt am Ortseingang befindet, fahren viele Autos schneller als die erlaubten 30 Stundenkilometer. "Und da sind auch viele Lkws darunter", sagt Susan Kirchner, die die Kita Kunterbunt derzeit kommissarisch leitet. Das Tempolimit 30 gibt es zwar bereits seit einigen Jahren dort. "Aber durch das Ortseingangsschild sehen viele Fahrer das auch erst spät." Und schließlich lassen viele die hohe Geschwindigkeit lieber ausdrosseln anstatt zu bremsen.

Figur: Ein Schutzmännchen, das Richtung ortsauswärts stand und mit Reflektoren versehen war, wurde bereits mehrfach gestohlen. "Wer klaut sowas", fragt kopfschüttelnd Volker Bilz, Geschäftsführer der Berufsförderung. Die Figuren wurden auf Initiative von Eltern und Bürger angeschafft. Eine weitere solche Figur befindet sich zwar noch weiter im Ort, aber weil dort ohnehin langsamer gefahren wird, ist sie von dieser Seite wohl weniger nötig. Susan Kirchner und ihre Kollegen haben sich daher vor wenigen Wochen an einer Aktion eines Radiosenders für mehr Sicherheit im Straßenverkehr beteiligt und ein Plakat mit dem "Achtung Kinder"-Logo erhalten. Das soll Fahrer nun zusätzlich zur Vorsicht mahnen. "Besser wäre es, das Tempolimit oder einen Warnhinweis schon vor dem Ortseingangsschild zu platzieren", sagt die Leiterin. "Aber das ist laut Gemeinde rechtlich nicht möglich." Das neue Plakat macht vielleicht mehr Fahrer aufmerksam, hofft man in der Kita. Ansonsten hat sich im Haus durch den Trägerwechsel nicht viel verändert. Man sei zufrieden, heißt es aus der Gemeinde, die durch den Wechsel hofft, Kosten zu sparen. Wie viel genau, das konnte man nicht mitteilen.

Kommunikation: Komplimente bei der Zusammenarbeit gab die GBF zurück. "Die Kommunikation hat reibungslos funktioniert", sagt Volker Bilz. "Wenn wir eine Frage oder ein Anliegen hatten, hat ein Telefonat genügt. Wir haben immer einen Ansprechpartner gehabt." Die Übernahme war lange vorbereitet worden. Die GBF hat wie auch zwei Mitbewerber ihre Konzepte den Eltern vorgestellt und auch den Gemeinderäten. Letztere stimmten im vergangenen Herbst schließlich mehrheitlich für die GBF, die unter anderem auch die Kitas "Märchenland" in Glauchau sowie "Kinderland" und "Regenbogen" in Meerane betreibt. "Nach einem Vierteljahr haben alle gemerkt, dass wir nicht nur geredet haben", so Volker Bilz. Für die Eltern und die insgesamt neun Beschäftigten sei der nahtlose Übergang wichtig gewesen.

Auslastung: Mit 67 Kindern ist die Kita aktuell nicht ganz ausgelastet. Im August könnte die maximale Anzahl von 80 Anmeldungen wieder erreicht werden. Die Hortbetreuung für Kinder, die zur Grundschule nach Remse fahren, wird aufrechterhalten. Auch an den Gebühren hat sich nichts geändert.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
 Artikel versenden
Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...