Neues Museum zeigt die Welt des Handwerks und der Kunst

Die Töpferei hat in Waldenburg eine lange Tradition, jedoch war dies bislang nicht so richtig sichtbar. Peter Tauscher hat mit seiner Frau die Sache nun in die Hand genommen.

Waldenburg.

Seit Mittwoch hat die Stadt Waldenburg ein Töpfermuseum. Am Eröffnungstag erschienen zahlreiche Gäste in der alten Töpferei an der Töpferstraße 8 und warfen einen ersten Blick in die Ausstellungsräume.

Hinter dem Töpfermeister Peter Tauscher und seinen Mitarbeitern liegen einige Wochen harter Arbeit, damit das privat betriebene Museum für Keramik und angewandte Kunst (MKA) seine Türen öffnen konnte. Ines Springer, CDU-Landtagsabgeordnete, lobte das Engagement und die Leistung von Peter und Sabine Tauscher, die künftig die Geschicke lenken werden. Laut Peter Tauscher soll es ein lebendes Museum werden, in dem die Gäste unter anderem Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen können. Neben historischen Brennöfen, die besichtigt werden können, werde im Ausstellungshaus die historische Keramikentwicklung in Ostdeutschland von 1960 bis 1989 anhand der umfangreichen Sammlung des 75-Jährigen präsentiert. Mit dem Sammeln von Töpferobjekten begann Peter Tauscher in Waldenburg vor rund 50 Jahren. Der älteste Töpfer von Waldenburg stellt mit Bedauern fest, dass es das traditionelle Handwerk mittlerweile schwer habe. "Zu Spitzenzeiten gab es über 100 Töpfer in Waldenburg. Mittlerweile heißt es für die hiesigen Töpfer: durchhalten und auf bessere Zeiten hoffen", sagt Peter Tauscher.


1975 kaufte der Waldenburger den Betrieb von seiner Vorbesitzerin. "Ihr letzter Wille war, dass ich den Töpferbetrieb und damit die Handwerkstradition erhalte", so Peter Tauscher. Dies gelang ihm. Mittlerweile beschäftigt der Waldenburger 14 Mitarbeiter und bildete rund 200 Lehrlinge aus.

Mit dem Museum bekennt sich das Ehepaar Tauscher zur Stadt Waldenburg. Zwei Jahre hat der Umbau gedauert. Besonders lag den beiden am Herzen, dass während der Sanierung der Charakter der historischen Werkstätten erhalten bleibt. Finanzielle Unterstützung erhielten sie vom Freistaat und der Europäischen Union durch das sogenannte "Leader-Programm". Mithilfe der Co-Finanzierung war unter anderem der Einbau von Fenstern, Türen, Sanitär und der Elektrik möglich. Sabine Tauscher hofft auf weitere Zuschüsse. "Derzeit ist der Zugang zu den Ausstellungsbereichen nicht behindertengerecht, die Außenanlage muss noch angelegt und eine Brandschutztreppe angebaut werden", sagt die Kunsthistorikerin.

Aktuell arbeitet das Ehepaar an einem Kursprogramm. Zukünftig wolle man Workshops für Schüler, Studenten und Firmen anbieten. Laut Peter Tauscher sollen mit dem Angebot auch junge Leute für das traditionelle Handwerk begeistert werden. Zudem sind Führungen für bis zu zwölf Personen geplant.

Neben den Keramikexponaten liegt der Fokus in den Ausstellungsräumen auf Kunst nach 1945 in Mitteldeutschland. In diesem Bereich forscht die Kuratorin und Galeristin intensiv seit 30 Jahren und veröffentlichte bereits Publikationen. "Viele bedeutende aber bisher unbekannte ostdeutsche Künstler haben keine Anerkennung erhalten, weil sie in der kunstwissenschaftlichen Betrachtung in Schubladen geschoben wurden, in die sie nicht hineinpassen", sagt Sabine Tauscher. Zu dieser Materie plant sie Themenabende und -ausstellungen. Ziel ist es, das MKA an das geplante "Forum Waldenburg" im Marstall anzubinden. Das Forum soll als ein Institut für Kunst, Wissenschaft und Bildung etabliert werden.

Das Töpfermuseum ist derzeit jeden Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Für Kurse und Führungen kann sich bereits angemeldet werden.

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