Neues System im Abfallamt verärgert Hausbesitzer

Eine Software zur Gebührenberechnung hat zu erheblichen Verzögerungen bei den Bescheiden geführt. Das hat Hauseigentümer überrascht.

Glauchau.

Anfangs glaubte sie an ein Versehen. Doch ein Anruf im Amt bestätigte ihr, dass das Absicht ist. Hertha Müller (Name von der Redaktion geändert) bekam Ende des Jahres Post vom Abfallwirtschaftsamt des Landkreises. Im Umschlag: der Bescheid über die jährliche Vorauszahlung der Sockelgebühr für das Jahr 2019. "Ich dachte erst an einen Druckfehler, doch im Abfallamt sagte man mir, dass das seine Richtigkeit hat", sagt die Frau, die ein Haus in der Glauchauer Oberstadt hat. Im Frühjahr, so sei ihr angekündigt worden, kommen der Bescheid über die Vorauszahlung der Sockelgebühr für das Jahr 2020 und der Bescheid über die Leistungsgebühr für das Jahr 2019. Die Abfallgebühren im Kreis sind zweigeteilt: Die Sockelgebühr, die sich nach der Anzahl der Personen richtet, wird für das laufende Jahr vorausgezahlt. Die Leistungsgebühr umfasst den Umfang der tatsächlich geleerten Abfalltonnen und wird ebenfalls im Frühjahr des Folgejahres fällig. "Mir hat man im Landratsamt gesagt, dass es eine technische Umstellung gab und es deshalb zur Verzögerungen gekommen ist", sagt Hertha Müller. Doch es könne nicht sein, dass die Hauseigentümer dafür gerade stehen müssen, wenn es im Amt zu Zeitproblemen kommt. Da hätte man die Betroffenen vorher informieren müssen, meint sie. Schließlich kommen neben den Abfallgebühren zum Jahresanfang auch die Zahlungen für Wasser und Abwasser sowie Gebäudeversicherungen auf einen Eigentümer zu. Natürlich könne man das auf die Miete umlegen, aber erst mal müsse man selbst bezahlen.

Rolf Heret, Vorsitzender des in Glauchau ansässigen Vereins "Haus und Grund", wundert sich ebenfalls über die Vorgehensweise. In den Vorjahren sei im Frühjahr stets der Bescheid über die Sockelgebühr des laufenden Jahres und die Leistungsgebühr des Vorjahres gekommen. Bei ihm im Büro hätten sich bislang aber noch kein Hauseigentümer gemeldet und auf das aktuelle Problem hingewiesen. Möglicherweise haben es viele übersehen.

Das Landratsamt begründet die Verzögerungen mit der Einführung einer neuen Software für die Gebührenabrechnung. Bis dato sei mit drei verschiedenen Programmen noch aus der Zeit vor der Kreisgebietsreform (Chemnitzer Land, Zwickauer Land, Stadt Zwickau) gearbeitet worden. Wegen der Einführung des neuen Systems für alle Grundstückseigentümer des Landkreises habe sich die Erstellung des Vorauszahlungs-Bescheides auf den Dezember 2019 verschoben. Es seien insgesamt 79.694 Bescheide verschickt worden.

In diesem Jahr werde der Bescheid für die Sockelgebühr wie gewohnt im März versendet. Inhalt seien die Endabrechnung 2019 unter Beachtung der beim Amt in den letzten Wochen eingegangenen Änderungsmitteilungen und die Vorauszahlung der Sockelgebühr für 2020. Die Leistungsgebühr für die in Anspruch genommenen Abfallbehälterleerungen des Jahres 2019 werde ebenso fällig. "In Zukunft geht der jährliche Abfallgebührenbescheid den Grundstückseigentümern wie gewohnt im ersten Quartal des Jahres zu", teilt das Amt mit.

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