Neues Ziel: Eine junge und familienorientierte Selbsthilfe

56.000 Menschen im Landkreis haben ein Handicap. Ein Verein öffnet ihnen seit 25 Jahren seine Türen. Und nicht nur den Kranken.

Zwickau.

Volles Haus am Mittwochnachmittag beim Verein "Gesundheit für alle" in der Scheffelstraße in Zwickau-Eckersbach. Der Anlass dafür war der 25. Geburtstag des Vereins, der für Zwickauer gegründet wurde und heute weit in den Landkreis hinein ausstrahlt. Für Angela Werner, Behindertenbeauftragte des Landkreises, ist er eine Institution, die gebraucht wird angesichts der 56.000 Menschen mit Behinderungen kreisweit. "Der Verein ist eine große Unterstützung für meine Arbeit", sagte sie.

Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) erklärte, dass sie auf besondere Weise mit dem Verein verbunden sei. Eine Sachgebietsleiterin und ein Amtsarzt des früher von ihr betreuten Sozialressorts gehören zu den Gründungsmitgliedern: Astrid Badstübner und Volkmar Ludwig. Beide erklärten ihr immer wieder die Notwendigkeit des Vereins, der heute "eine beeindruckende Zahl an Selbsthilfegruppen" betreut - "eine der herausragendsten Leistungen des Vereins", so Findeiß.

Und auch für Sozialamtsleiter Marcel Kruppa ist er mittlerweile ein fester Bestandteil in der Vereinslandschaft und Partner der Stadt.

Laut Sandy Wetzel, Leiterin der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (Kiss), gibt es heute rund 200 Selbsthilfegruppen mit mehr als 6100 Mitgliedern - Betroffene, die anderen Tipps und Ablenkung geben, ob bei Fettleibigkeit, Alkoholsucht, Diabetes oder Krebs. Astrid Badstübner, einst Vorsitzende und Geschäftsführerin des Vereins, erinnerte an die Anfänge mit sieben Gründungsmitgliedern unter Vorsitz des ehemaligen Amtsarztes Wolfgang Risch.

Am 19. August 1993 wurde der Verein eingetragen und das Projekt "Kiss" gestartet. Weitere folgten, unter anderem das Projekt "Kinder zur Gesundheit", in dem 350 Mädchen und Jungen ab vier Jahren bis zur vierten Klasse Informationen an die Hand bekamen über Ernährung, Sport, Krankheiten und Erste Hilfe. 1997 übernahm Amtsarzt Volkmar Ludwig den Vorsitz, der zur Feierstunde an ein weiteres Projekt erinnerte: eine besondere Rückenschule für Zweitklässler. Anlass waren die Haltungsschwächen der Kinder, die bei Schuluntersuchungen auffällig geworden waren. Ludwig mahnte, derartige gesundheitsfördernde Projekte nicht aus den Augen zu verlieren.

Wie Sylvia Kahle, seit 2013 Vorsitzende des heute 51 Mitglieder zählenden Vereins, erklärte, strebt der Verein durchaus in die Richtung. Neues Ziel sei eine junge, familienorientierte Selbsthilfe im Landkreis. Nach ihren Worten ist neben der "Kiss" auch der "Scheffeltreff" ein Erfolg - ein Sport- und Bastelangebot in den Räumen des Vereins für ältere Menschen mit Handicap.

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