Nordheim wirft Redlich Amtsanmaßung vor

Die Bürgermeister der Nachbarkommunen Lichtenstein und St. Egidien haben sich wieder in den Haaren. Das Thema ist das alte. Aber jetzt wird es langsam persönlich.

Lichtenstein/St. Egidien.

Es zieht nicht nur keine Ruhe ein, im Gegenteil, es wird offenbar noch immer schlimmer. Es geht um den Zweckverband Gewerbegebiete "Am Auersberg/Achat" und die beiden einzigen Mitgliedskommunen Lichtenstein und St. Egidien. Jetzt greifen sich die beiden Bürgermeister Thomas Nordheim (Lichtenstein, Freie Wähler) und Uwe Redlich (St. Egidien, parteilos) persönlich an. Das gab es bisher so noch nicht.

Nordheim hat Redlich in einer E-Mail der Amtsanmaßung bezichtigt. Das will sich der natürlich nicht gefallen lassen. Redlich lässt nun prüfen, wie er sich gegen den Vorwurf wehren kann. Natürlich geht es in dem neuerlichen Krach indirekt wieder um den gemeinsamen Zweckverband und um die dubiosen Kreditgeschäfte, die vor rund 20 Jahren zwischen der Stadt Lichtenstein und dem Zweckverband unter Umständen zu Lasten der Gemeinde St. Egidien abgewickelt worden sind.

Bürgermeister Nordheim ist der amtierende Chef des Zweckverbandes Gewerbegebiete, Uwe Redlich sein Stellvertreter. Ist Nordheim im Urlaub oder krank, übernimmt Redlich die Amtsgeschäfte. So weit, so gut. In der vergangenen Woche erfuhr Redlich wohl über drei Ecken, dass sich Nordheim bis 31. August im Urlaub befindet. Der Verbandschef hatte seinen Stellvertreter offenbar entgegen bisherigen Gepflogenheiten nicht von seiner Abwesenheit informiert. "Es spricht aus meiner Sicht einiges dafür, dass dies absichtsvoll erfolgte", so Redlich in einer E-Mail an den Landrat.

Im festen Glauben, nun vorübergehend die Amtsgeschäfte von Nordheim übernommen zu haben, stellte Redlich am Donnerstag mehrere Anfragen an das Landratsamt im Zusammenhang mit den früheren, merkwürdigen Kreditgeschäften. Bei denen ging es immerhin um mehrere Millionen Euro, das Landratsamt hatte damals eine Kontrollpflicht. Einen Tag später bekam dann Redlich eine E-Mail auf seinen Rechner. Absender: Thomas Nordheim. Der teilte mit, dass er seinen Urlaub unterbrochen und am Vortag den Posteingang für den Zweckverband Gewerbegebiete erledigt hat. Weiter heißt es in dem Schreiben an Redlich ziemlich barsch. "Ihre unabgestimmten Handlungen entbehren jeder sachlichen Grundlage. Daher fordere ich Sie erneut auf, weitere Amtsanmaßungen Ihrerseits zu unterlassen und behalte mir ausdrücklich alle rechtlichen Schritte dagegen vor."

Wie das so ist, ergab nun eins das andere. Redlich setzte diesmal - wiederum per E-Mail - seinen Gemeinderat in Kenntnis. In dieser Nachricht heißt es wörtlich: "Bei den mir von Herrn Nordheim vorgeworfenen Amtsanmaßungen handelt es sich um Straftatvorwürfe. - Nicht zuletzt zum Schutz meiner Familie werde ich die von Herrn Nordheim gegen mich gerichteten Straftatvorwürfe nicht ohne Konsequenzen einfach so stehen lassen können." Beide Bürgermeister bestätigten gestern gegenüber "Freie Presse" den Sachverhalt.

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