Obere Straße: Das Teuerste am Schluss

Im Glauchauer Stadtteil Reinholdshain steht eine millionenschwere Baumaßnahme an. Dabei sollte anfangs alles viel bescheidener ablaufen.

Glauchau.

Wenn man bei einer Straßenbaumaßnahme nach einstmals geschätzten 175.000 Euro jetzt von 2,5 Millionen Euro ausgeht, dann kann das wohl als Quantensprung bezeichnet werden. Dabei geht es um den Bau einer Straße in einem der Glauchauer Ortsteile, weitab vom Schuss, am Ortsrand von Reinholdshain. Die dortige Obere Straße benutzt in der Regel nur derjenige, der dort wohnt oder jemanden besuchen will. Trotzdem steht der 950 Einwohner zählende Ort vor einer millionenschweren Straßenbaumaßnahme. Und das hat Ursachen.

Der Reinholdshainer Ortsvorsteher Lothar Spohn sagt: "Wir im Ortschaftsrat haben das große Vorhaben zur Kenntnis genommen." Mehr könne der Ort auch nicht tun, denn die Baumaßnahme sei Sache der Stadt. Und die kümmert sich. Am Montag tagt der Technische Ausschuss und beschäftigt sich mit dem insgesamt 2,5 Millionen Euro teuren Vorhaben. Die weiterführende Planung soll an ein Ingenieurbüro vergeben werden. Der Bau der Oberen Straße ist eines der letzten Vorhaben innerhalb des Wiederaufbauplanes nach dem Hochwasser 2013. Dieser umfasst insgesamt 57 Maßnahmen. Meist handelte es sich um Sanierungen von Brücken und Straßen sowie Bächen. Große Brocken waren zum Beispiel die beiden Brücken an der Schermühlenstraße, die Wernsdorfer Brücke, der Ausbau der Muldentalstraße sowie Bachsanierungen in Lipprandis und Niederlungwitz.

Doch zurück zur Oberen Straße in Reinholdshain. Dort, so beschreibt es Heike Joppe von der Abteilung Tiefbau im Rathaus in der Beschlussvorlage für den Technischen Ausschuss, war ursprünglich vorgesehen, die Straßengräben und ihre Abschläge in den Reinholdshainer Bach instand zu setzen. Denn dieses Entwässerungssystem sei durch das Hochwasser 2013 stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Geschätzte Kosten: 175.000 Euro. Die Untere Wasserbehörde habe Bedenken angemeldet und gefordert, die vorhandenen kleinen Teiche von der Straßenentwässerung abzukoppeln, ansonsten hätte der Gewässerausbau ein aufwendiges Genehmigungsverfahren erfordert. Jetzt habe die Stadt eine Lösung gefunden. Und die besteht im Grunde darin, dass ein neuer Entwässerungskanal in die Erde kommt und die Obere Straße grundhaft ausgebaut wird. Die notwendigen Fördermittel seien mittlerweile gesichert, Maßnahmen innerhalb des Wiederaufbauplanes nach dem Hochwasser werden zu 100 Prozent gefördert. Das bedeutet: Die Stadt muss kein eigenes Geld ausgeben.

Jetzt drückt die Stadt aufs Tempo. Der sogenannte Bewilligungszeitraum für die Fördermittel endet am 31. Dezember 2021. Deshalb soll nun der Technische Ausschuss den Planungsauftrag vergeben, um im kommenden Jahr die Bauarbeiten über die Bühne bringen zu können.


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