Parkkunst bietet viel fürs Auge

Zum zwölften Mal zog das Kunst-Open Air zahlreiche Besucher auf die Muldenwiese nach Waldenburg. Auch die Stadt nutzte das Programm, um sich einzubringen.

Waldenburg.

Tausende Besucher flanierten am Wochenende zwischen Wasserbassins und Zinkwannen, bunten Liegestühlen, kleinen Kunstobjekten und den für die Parkkunst typischen Fahnen im Sonnenschein über die Muldenwiese. Zum zwölften Mal lockte das Kunst-Open Air in die Töpferstadt.

Die Neuen: Im Zentrum des Festivals standen die Fahnen von fünf Studentinnen der Fachhochschule Zwickau, die an der Schneeberger Fakultät Textilkunst und Textildesign studiert haben. Denise Benzing, Elisabeth Petzold, Julia Wenzel, Antje Müller und Alisa Bremer haben im siebten Semester bei Professor Jörg Steinbach ein Seminar zur Kunst im öffentlichen Raum besucht und eigene Konzepte für die Parkkunst entwickelt. "Vor einem Jahr waren wir hier und haben uns zusammen die Veranstaltung angeschaut", erinnerte sich Denise Benzing. Danach ging es in die eigentliche Planung, "Die Studentinnen entwickelten nicht nur ihre eigenen Konzepte und bauten Modelle, sondern beschäftigten sich auch mit der Kostenkalkulation, Material- und Druckproben", sagte Steinbach.

Töpfermeister Peter Tauscher, der die Parkkunst mitorganisiert, war begeistert von den Ideen und wollte, dass alle umgesetzt werden. "Weil wir im Frühjahr alle mit unseren Bachelorarbeiten zu tun hatten, ging es erst in den letzten acht Wochen in die heiße Phase", so Denise Benzing. Für sie bedeutete das vor allem ganz viel Schneidarbeit: Für jede Fahne hat sie rund 500 kleine Quadrate aus Rettungsdecken ausgeschnitten und auf den rot gefärbten Stoff geklebt. Ihre Kommilitoninnen entschieden sich unter anderem für florale Motive und Zitate oder einfarbige kleinere Flächen. Jedes Projekt setzte dabei auf eine andere Art, die Stoffbahnen aufzuhängen.

Die Weitgereisten: Im Rahmen der Parkkunst trafen sich nicht nur Kunstinteressierte, sondern auch Waldenburger. Insgesamt rund 80Gäste aus Waldenburg in der Schweiz und aus Waldenburg in Baden-Württemberg waren zum fünften Treffen der Namensvetter-Gemeinden gekommen. Eingeladen hatte Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler) auch drei weitere Städte und Gemeinden aus Frankreich, Tschechien und Polen. "Leider habe ich keine Antwort bekommen", sagte er. Dafür ist die Freundschaft zu den beiden anderen Orten umso intensiver. "Mir geht es darum, neue Leute kennen zu lernen und bestehende Kontakte vertiefen zu können", sagte Markus Knobel, Bürgermeister von Waldenburg in Baden-Württemberg. Neben der Parkkunst und Töpferstadt selbst besuchten die Gäste den Sachsenring und das Betriebsgelände der Friweika. Der Bürgermeister der Partnergemeinde Noyelle-les-Vermelles in Frankreich, Léon Copin, war ebenfalls mit einer kleinen Gruppe zu Besuch.

Die Modernen: Damit sich Gäste und Touristen in der Töpferstadt noch schneller zurecht finden, wurde am Samstag die neue Waldenburg-App frei geschaltet. Anne Hofmann vom Unternehmen "Nr. Eins.de", das die App entwickelt hat, stellte das kleine Programm fürs Smartphone über einen Bildschirm vor. Infos zur Stadt, zu Veranstaltungen und einigen Einzelhändlern sind dort über ein Menü zu finden. Während Gewerbetreibende 31 Euro im Monat zahlen müssen, um Informationen über ihr Geschäft einzupflegen, ist eine Präsentation für Schulen und Vereine kostenlos. "Ich freue mich, wenn die App dazu beiträgt, dass mehr lokal eingekauft wird", sagte Bürgermeister Bernd Pohlers. Der Gewerbeverein hatte im Frühjahr das Projekt angestoßen.

Die Sportlichen: Neben der Kreativität kamen auch die sportlichen Aktivitäten bei der Parkkunst nicht zu kurz: Beim Parklauf belegten über 2,5 Kilometer Jonas Fischer (9:37 min) und Edith Lussi (10:22) den ersten Platz. Auf der Sieben-Kilometer-Strecke siegten Marc Teichmann (28:49) und Jaqueline Kaestenhoff (34:35).

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