Pfarrer denkt auch über Angebote für Familien nach

Sören Lange fühlt sich zwar in der Kirchgemeinde Oberwiera-Schönberg angekommen. Das Kennenlernen der Menschen geht aber weiter.

Oberwiera.

Sören Lange hat längst die 100 Tage als neuer Pfarrer der Kirchgemeinde Oberwiera-Schönberg geschafft. Wer den 51-Jährigen im Pfarrhaus am Schulberg in Oberwiera besucht, muss nun einige Stufen mehr steigen. Sein neues Büro befindet sich direkt unterm Dach. Als Jugendpfarrer in Zwickau an der Tonstraße hatte er sein Büro parterre. Gleichwohl kann er eines bereits mit Gewissheit sagen: "Ich fühle mich angekommen."

Lange weiß nur zu gut, dass Zwickau nicht mit den hiesigen Dörfern zu vergleichen ist. "Daher will ich mich noch tiefer vorarbeiten, besser verstehen, wie die Menschen in der Region denken", erklärt der vierfache Familienvater, dessen Ehefrau ebenso als Pfarrerin tätig ist - in Dennheritz. "Mir ist wichtig, dass man sich auf der Straße nicht nur grüßt, sondern auch lächelt", fügt er an. Die positive Grundhaltung sei von großer Bedeutung. Dabei sei es völlig unwichtig, ob sich die Kirche in der Großstadt oder im ländlichen Raum seelsorgerisch einbringt. "Vielmehr geht es immer um den einzelnen, um seine Belange und Bedürfnisse", stellt Lange klar. Dennoch spürt der Gottesmann, dass sich ein Thema zwangsläufig immer wieder in den Vordergrund schiebt: der demografische Wandel. So hinterlasse der Bevölkerungsrückgang auch innerhalb der Kirchgemeinde Oberwiera-Schönberg seine Spuren. Denn mit der Auflösung des Kirchenbezirks Glauchau-Rochlitz zum 30. Juni gehören die mehr als 600 Gläubigen nun nach Zwickau. So wie die Katholiken in der Region derzeit ihre selbstständigen Pfarreien zur Großpfarrei zusammenführen, so sieht Lange auch in seiner Kirche einen anhaltenden Konzentrationsprozess. Zum Vergleich: "Früher hatten Schönberg und Oberwiera je eine Pfarrstelle. Heute müssen sich beide eine halbe Pfarrstelle teilen", so der Gottesmann, der auch als Seelsorger in der Schwesterkirch- gemeinde Meerane zugange ist.


Daher bemüht sich nicht nur Oberwieras Rathauschef Bernd Geringswald (CDU) um junge Familien, die er hier halten und als Häuslebauer ansiedeln will. Auch Pfarrer Lange hat diese Gruppe längst im Visier. "Bis auf den Familiengottesdienst bei festlichen Anlässen können wir dieser Gruppe als Kirchgemeinde wenig bieten. Da müssen wir nachbessern", betont er. Anders sei das bei den jungen Leute, die würden sich selbst organisieren. "Ab und zu bin ich bei den Treffen dabei", so Lange. Nicht nur das: Für 2020 will er eine Rüstzeit in Rumänien und Bulgarien auf die Beine stellen. "Da kann jeder mitkommen."

Schließlich freue er sich, dass der Kirchturm in Niederwiera auf Vordermann gebracht wird - inklusive neuer Glocken. Ebenso sind Bauleute dabei, den Innenputz in der Kirche Tettau zu erneuern. "Was den Friedhof Schönberg angeht, da sind wir gerade dabei auszuloten, was sich gestalterisch verbessern lässt", erklärt Lange.www.kirche-os.de

Unter dem Motto "Konfistartschuss" sind am 27. September ab 18 Uhr alle Konfirmanden in die Kirche Oberwiera eingeladen.

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