Pfosten und Steine auf dem Gleis

Unbekannte haben in Niederlungwitz Gegenstände auf die Schienen gelegt. Die Folge: verspätete Züge. Solche Aktionen können gefährlich werden - die Bundespolizei sucht Zeugen.

Niederlungwitz.

Vom Gehweg bis zur Schiene sind es nur ein paar Meter. Streckenweise hindert nicht mal mehr Gebüsch daran, zu den Gleisen zu gelangen. Unbekannte haben das ausgenutzt und Gegenstände auf die Gleise gelegt. Und das gleich zweimal. Damit beschworen sie Gefahren herauf.

Wie die Bundespolizei am Dienstag mitteilte, überfuhr am Montag gegen 13.45 Uhr einer der modernen Regionalzüge, die die Strecke zwischen Chemnitz und Zwickau bedienen, am Kilometer 108,4 einen Straßenleitpfosten und Schottersteine, die auf die Schiene gelegt wurden. Das war auf Höhe der Wohnhäuser der Louis-Lejeune-Straße im Glauchauer Ortsteil Niederlungwitz. Der Lokführer musste eine Schnellbremsung durchführen, nachdem er die Steine und den Pfosten überfahren hatte. Bereits am Morgen hatten Bundespolizisten an der gleichen Stelle eine Warnbarke aus den Gleisen geholt und an der Pappelstraße, die parallel zu den Gleisen verläuft, wieder an der dafür vorgesehenen Halterung angebracht. Da die Polizisten in beiden Fällen vor Ort keine Personen feststellen konnten, werden nun Zeugen gesucht, die etwas gesehen haben.

Erst vor ein paar Tagen hatte die Bundespolizei davor gewarnt, die Gleise zu betreten. Anlass der Warnung waren spielende Kinder auf den Schienen bei Wittgensdorf. Der Präventionsbeauftragte der Bundespolizei, André Leistner, appelliert an die Eltern, ihre Kinder auf die Gefahren an Bahnanlagen hinzuweisen. Die modernen Züge seien leise und hätten einen Bremsweg von etwa einem Kilometer. "Es sollen für alle erholsame Ferien werden", sagt Leistner.

Gegenstände auf Gleise zu legen, ist kein Kavaliersdelikt, sagt ein Sprecher der Mitteldeutschen Regiobahn. Das Unternehmen fährt im Auftrag des Verkehrsverbundes Mittelsachsen die Regionalzüge, auch auf der Strecke von Chemnitz nach Zwickau. Dabei handle es sich um einen Eingriff in den Schienenverkehr und sei strafbar. Im konkreten Fall habe es zwar keine Schäden am Zug gegeben, aber es kam zu erheblichen Verspätungen. "Wir mussten zeitweise Schienenersatzverkehr einrichten", sagt der Sprecher weiter. Nach etwa drei Stunden sei der normale Taktverkehr wieder hergestellt worden. In schlimmeren Fällen könne es zu erheblichen Schäden an den Zügen führen, wenn solche Gegenstände überfahren werden.

Sebastian Liske ist Lokführer. Für ihn und seine Kollegen werde es gefährlich, wenn große Gegenstände auf der Schiene liegen. Das Ärgerliche bei allen Fällen, so auch bei dem in Niederlungwitz sei aber, dass es zu Zugausfällen und damit zu Verspätungen kommt.

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