Probleme im Stadion landen im Labor

Die Arbeiten für den Bau des Kunstrasenplatzes in Frankenhausen ruhen, weil die Tragschicht bröckelt. Wie geht es weiter?

Sie stehen noch verpackt auf der Baustelle im Sportstadion: die Rollen mit dem neuen Kunstrasen. Foto: Thomas Michel

Von Holger Frenzel

Der Blick auf die Baustelle im Sportstadion des Crimmitschauer Ortsteils Frankenhausen treibt Bau-Fachbereichsleiter Götz Müller einige Sorgenfalten auf die Stirn. Der Grund: An verschiedenen Stellen bröckelt die elastische Tragschicht, die erst im Juli aufgebracht wurde. Sie hat eine Stärke von 3,5 Zentimetern. Darauf wird der Kunstrasen verlegt - normalerweise.

Die riesigen Rollen mit dem Kunstrasen, die bereits im Sportstadion liegen, können vorerst nicht angerührt werden. Auf dem 45 mal 90 Meter großen Spielfeld ruhen die Arbeiten - mindestens bis Mitte der nächsten Woche. "Von der Baufirma, die sich um die elastische Tragschicht gekümmert hat, wurde aufgrund der Probleme in der letzten Woche zusätzlich ein Bindemittel aufgebracht. Wir müssen abwarten, ob sich die Tragschicht dadurch stabilisiert", sagt der Bau-Fachbereichsleiter. Götz Müller kündigt an, dass zu Beginn der nächsten Woche weitere Proben des Betons entnommen und in einem Labor untersucht werden sollen. Die Stadt will sich dafür einen externen Sachverständigen ins Boot holen.

Die Ergebnisse aus dem Labor und die Einschätzung des Experten entscheiden über die weiteren Schritte auf der Baustelle: Im positiven Fall kann der Kunstrasen verlegt werden. Im negativen Fall muss man die Tragschicht entfernen. "Wir müssen der Firma zunächst die Möglichkeit zu einer Nachbesserung einräumen", sagt Götz Müller. Falls es keine Einigung gibt, droht ein Rechtsstreit.

Die Probleme und die Unterbrechung haben Auswirkungen auf den Zeitplan. Zum Erlebnis-Fußball-Camp, welches der FC Crimmitschau vom 17. bis 19. August organisiert, sollte der Ball eigentlich zum ersten Mal über den neuen Kunstrasenplatz rollen. Das Ziel wurde Mitte Juli von Stadt und Verein ausgegeben. Am Fußball-Camp beteiligen sich zwischen 60 und 70 Kinder. "Das Camp wird nun auf dem Rasenplatz stattfinden", sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Mike Schnabel. Der Fachbereich Bau hat angekündigt, dass die ebenfalls geplanten Arbeiten an der Umlaufbahn des Rasenplatzes erst beginnen, wenn der Kunstrasenplatz für den Trainings- und Spielbetrieb zur Verfügung steht, damit der FC Crimmitschau zumindest ein Spielfeld nutzen kann.

Für den Bau des Kunstrasenplatzes und die Sanierung des Sportstadions können 1,064 Millionen Euro ausgegeben werden. Aus den Fördertöpfen des Programms "Brücken in die Zukunft" kommen 600.000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf 464.000 Euro. Mit den Arbeiten wurde im Mai begonnen.

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