Prozess um Autoverkauf

Die Staatsanwaltschaft hatte einem Mann aus Meerane Betrug vorgeworfen. Doch das Verfahren vor dem Amtsgericht nahm dann eine überraschende Wende.

Meerane.

Vor dem Amtsgericht in Hohenstein-Ernstthal stand jetzt ein Mann aus Meerane, der ein Auto mit Totalschaden weiterverkauft hat. Die Anklage lautete auf Betrug, weil er dem Käufer nichts von dem Schaden gesagt haben soll. Offenbar wurde der Mann aber selbst getäuscht.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte beim Verkauf seines Privatwagens - ein VW Passat B 8 - für 19.500 Euro vor zwei Jahren dem Käufer bewusst verschwiegen haben, dass es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden handelt. Dem Angeklagten konnte jedoch im Verlauf der Verhandlung kein Vorsatz der Täuschung nachgewiesen werden. Richter Michael Respondek folgte daher dem Antrag der Oberstaatsanwältin Marion Hohmann und sprach den Angeklagten frei.

Im Laufe der Verhandlung hatte der Mann vor Gericht versichert, dass er von dem Totalschaden nichts gewusst habe. Den Pkw hatte der Westsachse von einem Dresdner Autohändler gebraucht zum Preis von 20.000 Euro erworben. "Hätte ich gewusst, dass es sich dabei um einen Totalschaden handelt, hätte ich die Finger davon gelassen", so der Meeraner. Laut Verteidiger sei der Autohändler derzeit unauffindbar.

Über einen späteren Unfall, bei dem die Vorderachse ausgetauscht werden musste, habe der Angeklagte den Käufer dagegen informiert. Das bestätigte dieser im Prozess.

Ein Kfz-Sachverständiger, der das Auto nach dem Achsenschaden untersuchte, habe den massiven Schaden ebenfalls nicht feststellen können. Dass es sich um einen Totalschaden handelte, kam erst heraus, als der Käufer einen Tempomat einbauen lassen wollte. Daraufhin habe er die Rückabwicklung des Kaufvertrages gefordert.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...