Puppen über Puppen in Remse: Ort bereitet sich aufs Jubiläum vor

Am letzten Augustwochenende wird das 875-jährige Bestehen gefeiert. Dass eine große Fete ansteht, ist nicht mehr zu übersehen - allerdings nicht in allen Ortsteilen.

Remse.

Reichlich zwei Wochen sind noch Zeit bis zum Festwochenende in Remse. 875 Jahre hat die Ortschaft auf dem Buckel, und das wird vom 24. bis 26. August groß gefeiert. Frank Brückner, der im Festkomitee die Fäden in der Hand hält, gibt sich aber gelassen: "Wir haben soweit alles in Sack und Tüten. Jetzt ist Ruhe vor dem Sturm", sagt er mit einem Schmunzeln. Das Programm steht, die Standplätze für die etwa 15 Händler und Firmen sind verteilt und die ersten Anmeldungen für das Oldtimertreffen auch längst eingegangen.

Dass in Remse ein Fest ansteht, ist inzwischen auch im Ortsbild nicht mehr zu übersehen: In den etlichen Vorgärten und an den Straßenrändern grüßen bunt angezogene Strohpuppen die Durchfahrenden, beispielsweise an der Feuerwache, wo eine als Feuerwehrkamerad zurechtgemachte Puppe auf der Leiter steht - aus der Ferne täuschend echt. Am Ortseingang begrüßt ein Radfahrer auf einem Sockel die Hereinfahrenden: "Endlich da." Wer durch den Ort streift, stößt auf Angler, Pferdekutscher, Bauern mit Arbeitsgeräten, Bauarbeiter oder ein Pärchen im Sonntagsstaat an der gedeckten Kaffeetafel. Direkt an der Hauptstraße ist auch eine kleine Hausatrappe aufgebaut. Der Schriftzug "Roter Stock" erinnert an das ehemalige Kloster. Und sogar eine Pressefotografen-Puppe mit Kamera gibt es.

Festkomitee-Chef Brückner hätte nicht gedacht, dass sich so viele Remser beteiligen. "Ich bin angenehm überrascht. Das ist ein richtiger Selbstläufer geworden", sagt er. Derzeit kämen immer noch täglich neue hinzu.

Allerdings: Der Festschmuck beschränkt sich im Wesentlichen auf den Ortsteil Remse. Lediglich in Kleinchursdorf finden sich einzelne Puppen. In Oertelshain ist vor einer Hofeinfahrt geschmückt. In den ebenfalls zur Gemeinde gehörenden Orten Weidensdorf und Kertzsch dagegen Fehlanzeige. Brückner sieht darin aber kein Problem. Für ihn zählt vielmehr, dass etwa Helfer aus Kertzsch beim Fest mit anpacken wollen. Auch Kai Schumann, Ortschaftsrat in Weidensdorf, stößt sich nicht daran: "Man sollte den Remsern zugestehen, dass das Fest auf die Ortschaft konzentriert ist", sagt er - und fügt hinzu: "Aber bei den Feierlichkeiten werden wir natürlich dabei sein." Weidensdorf gehört seit 1994 zur Gemeinde Remse, Kertzsch und Kleinchursdorf seit 1961 und Oertelshain bereits seit dem Jahr 1938.

Die Fete beginnt am Freitagabend, 24. August, mit einer Festveranstaltung. Am Samstag ist unter anderem ein Kinder- und Familienfest geplant. Zudem gibt es eine Handwerker-, Firmen und Vereinsmeile auf dem Festgelände am Sportplatz. In der Turnhalle werden ungefähr Bilder aus Remse gezeigt, am Nachmittag ist dort auch ein Vortrag zur Geschichte des Ortes vorgesehen.

Ein Höhepunkt dürfte auch das Oldtimertreffen mit Pkw und Motorrädern am Feuerwehrdepot sein. Die Oldies werden dabei auch auf eine 20 Kilometer lange Rundfahrt bis nach Waldenburg und zurück gehen, wie Brückner ankündigte. Im Moment lägen etwa 50 Anmeldungen vor. Brückner rechnet jedoch damit, dass sich kurzfristig noch weitere Teilnehmer melden. Am Samstagabend spielt die Band Gipsy im Festzelt am Sportplatz bei der Grundschule. Dort sind Brückner und seine Leute platzmäßig auf 450 bis 500 Leute eingestellt. 250 Karten seien schon verkauft. "Ich denke, der Rest geht an der Abendkasse."

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