Radwegestreit an Meeraner Straße

Eigentlich wollten die Glauchauer Linken nur, dass bei der Sanierung der Fahrbahn ein separater Radweg gebaut wird. Doch damit lösten sie eine Grundsatzdebatte aus.

Glauchau.

Das könnte Konsequenzen haben. Weil die Stadt die Pläne für den Ausbau der Wehrstraße/Meeraner Straße noch einmal anfassen soll, könnte sich der Bau verzögern. Seit vielen Jahren wird über den schlechten Zustand der beiden Straßen, die in Verantwortung des Landkreises Zwickau stehen, diskutiert - und seit geraumer Zeit plant das Landratsamt in Absprache mit der Stadt die Sanierung. Geplant ist, auf der Meeraner Straße beidseitig einen mit einer gestrichelten Linie abgegrenzten Radstreifen anzulegen, so wie es auf der Auestraße oder August-Bebel-Straße bereits gemacht wurde.

Das ist den Linken zu wenig, sie wollen stattdessen einen baulich abgegrenzten Radweg und setzten sich im Stadtrat knapp durch. Das heißt, die Stadt soll nun prüfen, ob das angesichts des fortgeschrittenen Planungstandes noch möglich ist. Doch mit ihrem Vorstoß lösten sie eine Grundsatzdebatte über den Radverkehr in Glauchau aus. Der hatte in einer Studie des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) schlecht abgeschnitten. Von 311 deutschlandweit befragten vergleichbaren Städten belegte Glauchau den Rang 258. Mit ihrem Vorschlag, die Meeraner Straße mit einem Radweg zu versehen, sollte ein Zeichen für mehr Sicherheit an dieser Stelle gesetzt werden, sagte der Linken-Stadtrat Kai Thieme. Die Linken sehen Gefahren zum Beispiel darin, dass neben den derzeit geplanten Radstreifen Parkplätze geplant sind, die Autos beziehungsweise Lkw beim Ein- und Ausparken also jedes Mal den Radstreifen überqueren müssen.


Das sieht die Stadtverwaltung nicht so und favorisiert den Radstreifen. Heike Joppe, stellvertretende Fachbereichsleiterin für Planen und Bauen, meint, der Vorschlag hätte viel früher kommen müssen. Dennoch halte sie ihn nicht für gut. Probleme sieht sie an der Einmündung der Angerstraße und beim Abbiegen auf die Lindenstraße, die von vielen Kindern und Jugendlichen genutzt werde, die mit dem Rad zur Wehrdigtschule fahren. Außerdem drohe Zeitverzug, wenn die Pläne jetzt noch mal geändert werden müssten.

CDU-Stadträtin Ines Springer schlägt vor, die Radfahrer, die auf der Meeraner Straße stadteinwärts fahren, über die Angerstraße und das Muldenwehr zu führen. Die Kinder der Wehrdigtschule könnten über die Zimmerstraße und die Brücke fahren. "Es müsste mal generell über die Radwegführung in Glauchau nachgedacht werden", sagt sie. Stephan Wusowski (Freie Wähler) meint, man sollte in Glauchau die Radverkehrsstudie und den ADFC nicht überbewerten. Marcus Steinhart, Fachbereichsleiter für Bürgerservice, Schule und Jugend, spricht von einer Radfahrer-Lobby, "die wir hier in Glauchau haben".

Die Frage, ob es tatsächlich zu Verzögerungen bei Sanierung von Wehrstraße und Meeraner Straße kommen wird, hat das Landratsamt als zuständige Behörde bislang nicht beantwortet.

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