Relief schmückt Fassade am Markt in Glauchau

Das jüngste Fotorätsel war eine harte Nuss. 24 Leserinnen und Leser haben sie geknackt, darunter nur eine Glauchauerin.

Glauchau.

Nach langem Warten kommt nun die Lösung des Februar-Fotorätsels: Das Relief befindet sich am Gebäude Markt 20 in Glauchau. 24 der 26 Zuschriften waren richtig.

Albrecht Kalusche aus Zwickau schreibt: "Wer dieses Haus mit seinem Wappen erkennen wollte, musste schon eine Menge googeln oder sich auf dem Markt in Glauchau umschauen." Die Glauchauer Hobbyhistorikerin Angelika Grau hatte als einzige Glauchauerin die richtige Lösung und berichtet, dass sie sich intensiv mit dem Haus beschäftigt hat. "Offensichtlich deutet das Relief auf umfangreiche Handelstätigkeit unter anderem mit dem Ausland hin", so Grau. "In der Mitte ist ein gut verpackter und verschnürter Warenballen zu sehen. Der Gott des Handels ist zwar selbst nicht anwesend, aber zumindest sein Reisehut ist auf dem Paket platziert." Die umgebenden Symbole würden darauf hindeuten, auf welchen Wegen die Waren nach Glauchau gekommen sind. Das Posthorn stehe für den Transport mit Postkutschen. Neptun (Dreizack und Anker) deute an, dass Waren per Schiff aus Übersee kamen. Und das geflügelte Rad stehe für den Eisenbahntransport. Der Telegrafenmast zeige an, dass bei Verhandlungen bereits auf diese Technik zurückgegriffen werden konnte. "Ob die Pflanzenteile auf exotische Pflanzen und Gewürze verweisen, da bin ich mir nicht sicher", so Angelika Grau. "Die Jahreszahl 1890 könnte neben der Herstellung des Reliefs auf den möglicherweise zu dem Zeitpunkt erfolgten Eigentümerwechsel hinweisen", sagt die Glauchauerin. Mindestens bis 1888 betrieb Hugo Schiffner in dem Haus eine "Colonialwaren-Handlung". 1892 ist Kaufmann Friedrich Hermann Waldschläger als Besitzer einer "Kolonialwaren- und Zigarrenhandlung" genannt. Er verkaufte also auch Produkte aus dem Ausland, die zumeist aus den deutschen Kolonien - deshalb Kolonialwaren - per Schiff oder Bahn kamen. 1922 ist Kurt Zießler mit der Firma "Zur Goldenen Fünfzehn", einem Kaufhaus für Herren- und Knabenbekleidung, Besitzer. Später zog das Schuhgeschäft von Alfred Weidemann ein.

In den 1960er-Jahren betrieb die HO in den Haus ein Spirituosen- und Tabakgeschäft, später einen Schallplattenladen. Nach der Wende gab es unter anderem Bekleidung und Bettwäsche dort zu kaufen. Derzeit befinden sich in dem Gebäude die Werbeagentur "Neues Mitteldeutschland" und die Geschäftsstelle des Denkmalvereins.

Aus den richtigen Zuschriften wurden drei Gewinner gezogen: Lothar Schilling aus Neukirchen, Annerose Tober aus Zwickau und Paul Richter aus Zwickau. Herzlichen Glückwunsch. Die Gewinner werden schriftlich informiert.

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