Sachsenalleeschule: Baufirma fällt im Ausschuss durch

Der Innenausbau der Grundschule hat einen Dämpfer bekommen: Stadträte weigern sich, einer bestimmten Firma den Zuschlag zu geben. Jetzt wankt der Zeitplan.

Glauchau.

Eigentlich sollte der Technische Ausschuss in seiner jüngsten Sitzung nur routinemäßig einige Auftragsvergaben abnicken. Doch es ist anders gekommen. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder stellte sich bei einer speziellen Vergabe quer und lehnte den Vorschlag der Verwaltung ab. Dadurch gerät die Stadt Glauchau jetzt in Zugzwang.

Konkret geht es um das Los für die Tischlerarbeiten in der Sachsenalleegrundschule. Holzinnentüren und Trennwände sollen beschafft und eingebaut werden, eingeplant sind dafür mehr als 120.000 Euro. Das wirtschaftlichste und somit das einzige Angebot, das die Verwaltung den Ausschussmitgliedern vorgeschlagen hat, gefiel aber dem Ausschuss nicht. Offiziell will niemand bestätigen, was hinter verschlossenen Türen zur Sprache kam, dem Vernehmen nach sollen aber mehrere Mitglieder Zweifel an der Qualität der betroffenen Tischlerfirma geäußert haben. Stadtrat Lothar Winter (CDU), der sowohl im Ausschuss sitzt als auch als Kreishandwerksmeister Baufachmann ist, übt generelle Kritik am Prozedere. "Ich kann nicht verstehen, wieso der Ausschuss nicht zwischen den Angeboten auswählen kann, sondern bloß zustimmen soll. Dann kann man sich das auch ganz sparen."

Nur ist ein solches Vorgehen - also ein aktives Auswählen im Ausschuss - nicht vorgesehen. Stattdessen muss stets das wirtschaftlichste Angebot ausgewählt werden, der Ausschuss hat tatsächlich nur die Möglichkeit, zuzustimmen oder abzulehnen. "Dabei geht es doch um entscheidende Fragen, die alle nicht berücksichtigt werden", sagt Winter. "Wie ist die gelieferte Qualität, gab es in der Vergangenheit Reklamationen, wie sind die Referenzen."

Da der Ausschuss nun also abgelehnt hat, ist offen, wie es mit den Türen in der Schule weitergeht. Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) ist gegen die Ablehnung in Widerspruch gegangen. Das Thema wird nun den Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 27. September beschäftigen. Irgendjemand muss den Zuschlag schließlich erhalten. "Ich bin dazu gezwungen, exakt dieselbe Firma noch einmal im Stadtrat zur Auswahl vorzuschlagen", sagt Dresler. Spielraum habe er nicht. Sollte auch der Stadtrat den Vorschlag ablehnen, steht im Raum, den Auftrag komplett neu auszuschreiben. Das würde einen enormen Zeitverlust bedeuten. Schon jetzt geht die Verwaltung davon aus, dass die zeitliche Verschiebung der Vergabe Auswirkungen auf den Bauablauf haben dürfte.

Das ist bei der Schulsanierung schon die zweite Hürde in wenigen Tagen. Am vergangenen Donnerstag wurde bekannt, dass eine andere Ausschreibung wegen fehlender geeigneter Angebote geplatzt ist. Nun soll nach nochmaliger Ausschreibung eine Sondersitzung des Stadtrats im Oktober darüber befinden.

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