Schloss Forderglauchau soll einen Fahrstuhl bekommen

Mit dem Aufzug werden Bibliothek und Musikschule in den nächsten Jahren barrierefrei. Doch das Gesamtproblem im Schloss wird damit noch nicht gelöst.

Glauchau.

Bis 2023 sollen gehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer in die oberen Räume des Schlosses Forderglauchau gelangen können. Vorgesehen ist, ein Aufzug einzubauen, um barrierefreie Zugänge zur Bibliothek und zur Musikschule zu schaffen, sagte Glauchauer Oberbürgermeister Peter Dresler (parteilos) im Zuge der Diskussion um die Barrierefreiheit im Schloss. Denn die ist mittlerweile ein großes Problem geworden, das sich allein mit einem Aufzug im Schloss Forderglauchau nicht lösen lässt.

"Gerade in den letzten Wochen wurde im Rahmen von Veranstaltungen zu Ehren Georgius Agricolas oder Glauchauer Künstler wieder einmal deutlich, dass gehbehinderten Menschen die Teilnahme nicht möglich war", heißt es in einem Antrag der SPD-Stadtratsfraktion. Im März gab es einen Vortrag zum Leben des vor 525 Jahren in Glauchau geborenen Agricola. Im April wurde die Kunstausstellung zum 80. Geburtstag von Frithjof Herrmann eröffnet und seit dem 18. Mai ist die Sonderausstellung über Paul Geipel im Schloss Hinterglauchau zu sehen - jedoch nur für diejenigen, die dort hingelangen können. "Wir sollten dafür sorgen, dass die Räume im Schloss allen Glauchauern und ihren Gästen zugänglich gemacht werden", sagte die Fraktionsvorsitzende Helga Scheurer, die zur Stadtratswahl letzten Sonntag nicht mehr angetreten war. Die Stadt sollte nach dem Willen der SPD-Fraktion Mittel und Wege suchen, barrierefreien Zugang zu den Einrichtungen im Schloss zu schaffen.


Eine Lösung bahnt sich derzeit jedoch lediglich für das Schloss Forderglauchau ab. Das Museum und die Kabinette im Schloss Hinterglauchau, einschließlich Rittersaal, werden wohl auf lange Sicht für gehbehinderte Menschen nicht erreichbar sein. Zumindest wird es offenbar schwierig, das Problem abzustellen. Der CDU-Stadtrat Georg Graf von Schönburg - er trat auch zur Stadtratswahl am Sonntag nicht mehr an - erinnerte daran, dass es zwischen den Teilen Forder- und Hinterglauchau einen Verbindungsgang im Obergeschoss gibt. Über den könnte möglicherweise auch Schloss Hinterglauchau erreicht werden, wenn in Forderglauchau ein Aufzug eingebaut würde. Doch den Gang hat sich die Stadt mittlerweile angesehen, sagt Oberbürgermeister Dresler. Ergebnis: Keine Chance für Menschen mit Beeinträchtigungen. Auch die Stadträte hatten sich Mitte Mai vor Ort über die Gegebenheiten informiert.

Doch wie geht es nun weiter? Wie Oberbürgermeister Dresler sagt, sei nun zu prüfen, ob ein Aufzug im Schloss Hinterglauchau technisch möglich, finanzierbar und sinnvoll sei. Darüber müsse sich der neue Stadtrat Gedanken machen. "Wir sollten über eine Zwischenlösung nachzudenken", meinte der CDU-Stadtrat Andreas Winkler.

Ein Beispiel im kleineren Rahmen: In der Ortschaftsverwaltung Niederlungwitz ist vergangenes Jahr einen Treppenlift eingebaut lassen, um den Veranstaltungssaal im Obergeschoss für alle erreichbar zu machen. Der Lift hat knapp 14.000 Euro gekostet. Finanziert wurde er aus dem Budget der Ortschaft. Der Saal im Obergeschoss wird unter anderem von der Volkssolidarität für regelmäßige Veranstaltungen genutzt.

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