Schwindelfreie Monteure lassen alten Strommast verschwinden

Die Erneuerung des Umspannwerkes Glauchau ist fast beendet. Eine Flut wie 2013 soll den Anlagen an der B 175 nichts mehr anhaben können.

Glauchau.

Das Herz der Stromversorgung in Glauchau schlägt wieder im richtigen Takt. Denn die seit 2015 laufende Modernisierung des Umspannwerkes an der Hochuferstraße (B 175) steht vor dem Abschluss. So wurde am Dienstag mithilfe eines mobilen Krans der dortige alte Strommast demontiert. Zudem erfolgten die damit verbundenen letzten Arbeiten an den Stromleitungen. Sie waren auch der Grund für das große Schleifgerüst über die Bundesstraße. "Es dient dem Schutz der Autofahrer, falls eine Leitung auf die Straße fällt", erklärte Gunnar Stalzer, Projektleiter beim Netzbetreiber Mitnetz Strom, der das Vorhaben in Zusammenarbeit mit den Glauchauer Stadtwerken umsetzt. "Voraussichtlich schon in der nächsten Woche soll das Eisengerüst wieder abgebaut werden", fügte Kollege Steven Jentzsch an, der neben der Kundenbetreuung für Projektplanung zuständig ist.

Insgesamt hat Mitnetz Strom, eine 100-prozentige Tochter der Envia M, in diesen Standort 2,7 Millionen Euro investiert. So soll das neue Umspannwerk an der Flutrinne, einem Seitenarm der Zwickauer Mulde, vor einem zukünftigen Hochwasser geschützt werden. Denn nur mithilfe unzähliger gestapelter Sandsäcke war es bei der Flut 2013 gelungen, das Umspannwerk zu schützen. Nun ist laut Jentzsch nicht nur das errichtete Betriebsgebäude für ein Hochwasserereignis gewappnet, das statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist. Auch der erst im Vormonat aufgestellte 15 Meter hohe Strommast ist hochwassersicher gebaut. Dessen Fundament wirkt gigantisch. "Über drei Meter schauen die vier Füße aus dem Erdreich heraus", erklärte Projektleiter Stalzer. Bis zu 1,70 Meter könnte das Wasser an dieser Stelle nun steigen, ohne dass ein Stromausfall riskiert wird. Laut Stalzer wurde darüber hinaus bewusst mehr Platz zur angrenzenden Bundesstraße gelassen. "Denn sollte ein Ausbau der B 175 eines Tages erfolgen, sind wir vorbereitet", sagte der Diplom-Ingenieur. Seiner Darstellung nach war eine Modernisierung aber auch generell erforderlich geworden. Denn das Umspannwerk sei bereits in den 1970er-Jahren als 30-Kilovolt-Anlage errichtet worden. Inzwischen kommen 110Kilovolt in dem Werk an, das ganz Glauchau und seine Stadtteile mit Strom versorgt.

Als größter regionaler Verteilnetzbetreiber in Ostdeutschland betreut Mitnetz Strom ein beachtliches Stromverteilnetz: rund 74.000 Kilometer in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dabei spielen die erneuerbaren Energien eine wachsende Rolle - auch im Landkreis Zwickau. Demnach stieg die Zahl der Anlagen im Gebiet der Mitnetz Strom zwischen Limbach-Oberfrohna und Crinitzberg im vergangenen Jahr um 8,3 Prozent auf 2398 (2017: 2214). Die installierte Leistung erhöhte sich um 11,6 Prozent auf 144 Megawatt (2017: 129). Laut Netzregionsleiter Jens-Uwe Schäfer ist das Unternehmen einer der Verteilnetzbetreiber mit der höchsten Einspeiseleistung aus erneuerbaren Energien in Deutschland. Im gesamten Netzgebiet habe sich die Zahl der Anlagen im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent auf 45.074 erhöht. (mit sf)

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