"Selbstverständlich ist das Dorf noch zu retten"

Wahlen 2019 Warum es Elke Gudrun Heber mit ihren fast 75 Jahren in Wernsdorf noch einmal wissen will

Wernsdorf.

Sie saß im Kreistag, war Ortsvorsteherin und arbeitet seit Jahren im Ortschaftsrat mit. Doch anstatt sich in ihrem Alter zur Ruhe zu setzen, hat Elke Gudrun Heber noch viel vor. Stefan Stolp hat mit ihr gesprochen.

Freie Presse: Frau Heber, Sie haben sich noch einmal als Kandidatin für den Ortschaftsrat in Wernsdorf auf der Liste der Linken aufstellen lassen. Warum tun sie sich das in Ihrem Alter noch mal an?

Elke Gudrun Heber: Ich kann nicht einfach so aufhören. Denn die vielen Dinge, die wir im Dorf in der Vergangenheit gemacht haben, wollen wir fortsetzen und dann behutsam in jüngere Hände geben. Schließlich geht es um den Zusammenhalt im Dorf.

Was ist damit gemeint?

Es sind viele kleine Sachen, die das Leben für die Dorfbewohner lebenswert machen sollen. Wernsdorf hat keine Schule, keinen Kindergarten, der Bäcker macht zu, die Gaststätte in Hölzel demnächst auch. Da muss man sich als Ortschaftsrat um die Leute kümmern, um die Alten und auch die jungen Familien.

Wie machen sie das?

Nur ein Beispiel: Wir haben in diesem Jahr mehr als 60 Einwohner die 80 Jahre und älter sind. Sie bekommen von mir oder meinem Mann im Namen des Ortschaftsrates zum Geburtstag Besuch. Wir nehmen uns die Zeit, gratulieren den Leuten, überreichen kleine Präsente und vor allem reden wir mit ihnen. Das geschieht in Absprache mit der Ortschaftsverwaltung. Ein anderes Beispiel sind die Busausfahrten die wir mit dem Heimatverein organisieren, für die Leute ist dies eine willkommene Abwechslung. Unsere Frühjahrsausfahrt führt uns diesmal nach Lichtenwalde.

Und was ist mit den jungen Familien?

Wir planen in der Bibliothek Wernsdorf eine Vorlesezeit für Vier- bis Sechsjährige. Darüber hinaus begrüßen wir die Neugeborenen im Ort.

Das Dorf ist also noch zu retten?

Selbstverständlich ist das Dorf zu retten. Das setzt aber eigene Aktivitäten voraus. Nur von anderen etwas einfordern, genügt da nicht. Das Dorf muss lebenswert bleiben. Das schafft man mit vielen kleinen Aktivitäten.

Welche Rolle spielt dabei der Ortschaftsrat, für den ja Sie wieder kandidieren?

Der Ortschaftsrat verfügt über ein finanzielles Budget von fünf Euro pro Einwohner und Jahr. Und mit diesem Geld kann er die kleinen Aktivitäten im Dorf unterstützen. Und in der nächsten Legislaturperiode haben wir noch viel vor.

Zum Beispiel?

Nachdem unser Gestaltungswettbewerb "Blickfang" erfolgreich über die Bühne lief und daraus 100 Kalender entstanden sind, bereiten wir nun einen weiteren derartigen Wettbewerb vor. Und auch unsere traditionelle Hobbymesse "Da staunt der Nachbar" wartet auf die nächste Auflage. Und, in Abstimmung mit der Stadt wollen wir eine Blühwiese am Ortseingang von Wernsdorf entstehen lassen.

Sie sind eine erfahrene und vor allem bekannte Kommunalpolitikerin, waren von 2004 bis 2008 Ortsvorsteherin und saßen im Kreistag. Warum kandidieren Sie nicht für den Glauchauer Stadtrat?

Das bin ich von Parteifreunden auch gefragt worden. Aber das ist nichts für mich. Auch wenn es meist nur kleine Dinge sind, aber in unserem Dorf, in dem ich geboren wurde und schon immer lebe, kann ich als Ortschaftsrätin weitaus mehr gestalten.

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