Senioren-WGs ab Ostern in Waldenburg

Noch geben sich die Handwerker am ehemaligen Einkaufsmarkt die Klinke in die Hand. Die Geldgeberin kommt aus der Region - und sagt dem Wohnkonzept eine große Zukunft voraus.

Waldenburg.

In der Waldenburger Siedlung Naundorf werkeln schon seit Wochen und Monaten die Handwerker: Anfang des Jahres hat Renate Köhler aus Oberlungwitz das dortige Einkaufszentrum erworben. Zu Ostern kommenden Jahres sollen dort drei Senioren-Wohngemeinschaften eröffnet werden, in denen circa 30 Bewohner ein neues Zuhause finden. Dazu läuft gegenwärtig der Umbau auf Hochtouren.

Für das Projekt hat die Investorin die Form der ambulant betreuten Wohngemeinschaft gewählt, da diese Wohnform ihrer Ansicht nach den älteren Menschen ein selbstständiges sowie nach eigenen Wünschen gestaltetes Leben möglich macht. "In unserem Haus sollen die Privatsphäre und der Komfort einer eigenen Wohnung mit der pflegerischen Leistung und Sicherheit einer 24-Stunden-Betreuung kombiniert werden", unterstreicht Renate Köhler.

Jeder Bewohner habe seinen privaten Wohnraum. Räume wie Küche, Aufenthaltsraum, Pflegebad, Flure und Terrasse werden jedoch gemeinschaftlich genutzt. "Je nach Wunsch können sich die Mieter verschiedene Betreuungs- und Serviceleistungen hinzubuchen. Wie zum Beispiel das Putzen der Wohnung oder das Wäschewaschen", fügt Renate Köhler an.

Um jene Dienstleistungen, die rund um die Uhr zu erledigen sind, werde sich die Lugauer Firma MTB Dienstleistungen kümmern. Das Unternehmen betreibt laut Renate Köhler bereits ähnliche Wohnanlagen in Hohenstein-Ernstthal, Meerane, Werdau und Rodewisch. Erst am Wochenende hatte MTB einen neuen Standort von der Chemnitzer Volkssolidarität übernommen.

Für die Zukunft ist am Standort in Waldenburg die Erweiterung der Anlage durch eine Tagespflege angedacht. Damit nicht genug: Wie die Eigentümerin betont, soll der im Gebäude befindliche Getränkemarkt langfristig erhalten bleiben. Darüber hinaus habe der Betreiber signalisiert, sein Sortiment auch auf die Wünsche und Bedürfnisse der künftigen Senioren abzustimmen. "Ich gehe fest davon aus, dass es dadurch zu Synergieeffekten kommt", so Renate Köhler. Welchen Namen die Wohnanlage tragen soll, darüber hat sich der Eigentümer noch keine Gedanken gemacht.

Deshalb werde es im Januar ein Preisausschreiben geben, bei dem die Waldenburger ihre Vorschläge machen können. Dass sich schon allein vom herrlichen Blick auf das Schloss der Töpferstadt Waldenburg unzählige Varianten von Namen ableiten lassen, sei allen Beteiligten bewusst. Aber auch die Landschaft nahe der Zwickauer Mulde liefere viele Anregungen.

Letztlich aber sollen die Einwohner von Waldenburg und Umgebung selbst entscheiden, welchen Namen die neue Einrichtung tragen soll. Der werde voraussichtlich zu Ostern im nächsten Jahr während eines Tages der offenen Tür verkündet.


Kommentar: Wohlfühlfaktor inklusive

Investorin Renate Köhler trifft den Nagel auf den Kopf: Es muss nicht immer gleich das Senioren-Heim sein. Die Menschen werden immer älter - und sind zum Teil auch fitter als noch vor Jahrzehnten. Motto: 70 ist das neue 50. Insofern ist es nachvollziehbar, dass heutzutage Senioren für innovative Wohnkonzepte begeisterungsfähig sind. Ob Senioren-WG, Betreutes Wohnen, Mehrgenerationenhaus, Umzug ins Ausland oder Altenwohnheim, am Ende zählt der Wohlfühlfaktor. Dass derartige Alten-Projekte zunehmend wichtiger werden, darauf verweisen seit Jahren schon vehement die Statistiker. Es gibt mehr Sterbefälle als Geburten, und eine Trendwende ist nicht erkennbar. Daher sind die Senioren-WGs ein Glücksfall für Waldenburg.

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