Slawische Stämme und Industrie hinterließen ihre Spuren

Kreisgeschichte(n): Woher Westsachsens Städte und Dörfer ihre Namen haben. Teil 51: Saupersdorf.

Saupersdorf.

Über den Ursprung des Ortsnamens von Saupersdorf wurde schon viel spekuliert, was auch auf den Mangel an Aufzeichnungen aus den frühen Jahren zurückführen ist. Erstmals erwähnt wird der Ort 1453 als Sauperstorff. Die Gründung erfolgte zu Zeiten der bäuerlichen Kolonisation in der Herrschaft Wiesenburg unter den Vögten zu Plauen.

Obwohl es sich von seiner Struktur her um ein typisches Wald- hufendorf handelt und auch der Wortteil "Dorf" Beleg für einen deutschen Ursprung ist, stellt der vordere Teil des Ortsnamens womöglich ein Überbleibsel der Frühbesiedlung der Region durch slawische Stämme dar. Saupe entspricht dem slawischen Supan, was übersetzt so viel wie Dorfhäuptling, Dorfvorsteher oder Geschlechtsältester bedeutet. Bei den Sorben war ein Supan zugleich Richter, Priester und Führer im Krieg. Saupersdorf könnte ursprünglich also einmal das "Dorf des Saupen" gewesen sein - in welchem Zusammenhang auch immer. An Spekulationen möchte sich Frank Schröpel nicht beteiligen. Der 73-jährige gebürtige Kirchberger hat 1970 nach Saupersdorf geheiratet. "Ein Heimatforscher bin ich nicht, nur neugierig." Er legt sein Haupt- augenmerk auf die jüngere Geschichte und das nähere Umfeld seines Wohnhauses am Ortsrand.


"Über Jahrhunderte hinweg prägte die Landwirtschaft Saupersdorf. Mit Beginn der Industrialisierung änderte sich das grundlegend. Verschiedenste Unternehmen der Textilverarbeitung siedelten sich hier im Ort an. Einige noch vorhandene Schornsteine weisen bis heute darauf hin." Einen wichtigen Wirtschaftsfaktor stellten auch die Steinbrüche dar. Einer davon, der Planitzer-Steinbruch, befindet sich hinter Schröpels Haus. "So weit ich herausfinden konnte, wurde um 1890 mit dem Gesteinsabbau begonnen. Eine alte Fotografie von 1896 zeigt, mit welch einfachen Mitteln die Leute gearbeitet haben. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges endete der Abbau."

Angeblich soll das Material für die Treppenstufen in der alten Saupersdorfer Schule aus dem Planitzer-Steinbruch stammen und Material von dort auch für den Bau der Autobahnbrücke bei Wilkau-Haßlau verwendet worden sein. Hinter eine Sache ist Frank Schröpel bei seinen Nachforschungen bislang allerdings noch nicht gekommen. Aus Erzählungen weiß er, dass sich nur knapp 150 Meter von seinem Haus entfernt ein Eisenerzschacht aus dem 16. oder 17. Jahrhundert befunden haben soll. "Mein Schwiegervater hat behauptet, wenn das Feld neu gepflügt wird, könne man von der alten Hartmannsdorfer Straße aus erkennen, wo der Schacht lag. Ich habe aber bis heute noch nichts entdecken können", sagt Schröpel.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...