Solarpark entsteht auf Ackerland

Die Sonne lächelt über Westsachsen besonders freundlich. Neben der Autobahn entsteht die nächste Photovoltaikanlage - trotz Kritik der Landwirte.

Dennheritz.

Der Strombedarf von rund 2000 Haushalten soll durch einen neuen Solarpark, der neben der Autobahn 4 geplant ist, abgedeckt werden. Durch die Anlage können rund 7,2 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt werden. Die Zahlen hat Gunter Moch zur Sitzung des Gemeinderates in Dennheritz mitgeteilt. Dort präsentierte der Geschäftsführer der Universal Engery Engineeringgesellschaft mit Sitz in Chemnitz die Pläne für den rund 7,3 Hektar großen Solarpark.

Kritische Stimmen gab es von den Gemeinderäten vor allem mit Blick auf die Situation in der Landwirtschaft. Egal ob Erweiterung des Gewerbegebietes zwischen Crimmitschau und Glauchau oder der vierspurige Ausbau der Bundesstraße 175: Die Bauern in der Region müssen immer wieder Flächen abgeben. "Den Landwirten wird gutes und fruchtbares Ackerland entzogen", kritisierte Siegfried Goldberg (Freie Wähler). Jörg Schädel (Freie Wähler) forderte, dass die Regeln durch den Bund geändert werden müssen: "Normalerweise gehören die riesigen Solaranlagen auf die neuen Hallen im Gewerbegebiet. Dort wird Energie benötigt und ist der Platz vorhanden."

Trotz der Bedenken wurde mit sieben Befürwortungen, einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen zur Sitzung des Gemeinderates ein Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit dem Titel "Solarpark südlich der A4" beschlossen. Damit kann der Investor nun die nächsten Schritte in Angriff nehmen. Dabei geht es unter anderem um Leitungsrechte für die Einspeisung der Energie über ein Umspannwerk in Meerane und Abstimmungen zum Nutzungsvertrag mit dem Eigentümer.

Für die Umsetzung des Projektes gibt es bereits konkrete Vorstellungen. Der Solarpark erstreckt sich über eine Fläche, die etwas größer als ein Fußballplatz ist. Die Anlage befindet sich zwischen der Seiferitzer Straße in Dennheritz und der Anschlussstelle Glauchau-West. Dafür wird ein 110 Meter breiter Korridor neben der Autobahn genutzt. Hier sollen 23.760 Solarmodule montiert werden. "Autofahrer, die auf der A 4 unterwegs sind, schauen auf die Rückseite der Module. Dadurch gibt es keine Probleme durch die Blendung", sagte Moch. Er berichtete, dass rund um den Solarpark ein 2,20 Meter hoher Zaun errichtet werden soll - mit Übersteigschutz und Durchschlupf für Kriechtiere. Zwischen die Solarmodule kommen Wiesenflächen, die geeignete Schafrassen sogar beweiden können. 70 Prozent der Gewerbesteuer, die durch die Anlage anfallen, landen unabhängig vom Betriebssitz des Betreibers in der Kasse des 1300-Einwohner-Ortes. Zudem hinterlegt der Investor eine Rückbaubürgschaft. "Ein Solarpark lässt sich einfacher als eine Windkraftanlage zurückbauen", sagte Moch.

In der Region gibt es bereits Solarparks, die sich nördlich der Autobahn auf der Gemarkung von Meerane befinden. 2004 ging ein sechs Hektar großer Solarpark ans Netz. 2006 folgte ein zwei Hektar großer Solarpark auf dem Lärmschutzwall. Seit 2015 gibt es eine Bürgersolaranlage, die sich über ein rund vier Hektar großes Areal erstreckt.

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