Spielplatz-Eröffnung entwickelt sich zur Schlammschlacht

Die neuen Spielgeräte haben rund 22.000 Euro gekostet. Beim Aufbau haben viele Eltern in der Kindertagesstätte in Niederlungwitz mit angepackt.

Niederlungwitz.

Dreckige Wäsche haben viele Mädchen und Jungen aus der Kindertagesstätte "Kinderparadies" in Niederlungwitz mit nach Hause gebracht. Sie durften gestern Vormittag den neuen Spielplatz, der nach den Regenfällen in den Nachtstunden aufgeweicht war, endlich in Beschlag nehmen. "Das ist kein Problem. An einem Freitag können wir den Eltern auch einmal dreckige Bekleidung und Schuhe mitgeben", sagte Leiterin Romy Heinze, während die elf Krippen- und 47 Kindergartenkinder die neuen Spielgeräte ausprobierten.

Schaukel, Spielturm, Mini-Boot und Sandkasten wurden aus Robinienholz gefertigt. Einer großen Beliebtheit erfreuen sich die beiden Spielzeug-Zapfsäulen, an denen die Kleinen ihre Roller und Laufräder "auftanken" dürfen. Damit hat Niederlungwitz nun eine Tankstelle im Mini-Format. Dort haben sich sogar die ersten Warteschlangen gebildet.

Zur Eröffnung des Spielplatzes hat Romy Heinze gemeinsam mit Ortsvorsteher Uwe Wanitschka (FDP) und Steffen Himsel von der in Stollberg ansässigen Befülltechnik-Firma Dürr-Somac den symbolischen Band-Durchschnitt vorgenommen. Die beiden Partner haben das Geld für die Investition zur Verfügung gestellt. Dürr-Somac übergab nach dem 2013er Hochwasser eine Spende von 11.000 Euro. Den gleichen Betrag steuerte der Ortschaftsrat aus seinem eigenen Budget bei.

Beim Aufbau der neuen Spielgeräte haben viele Eltern mit angepackt. Die Helfer waren rund 250 Stunden im Einsatz. "Dazu gehörten auch einige Muttis, die handwerklich fit sind", freute sich Uwe Wanitschka, der zur Spielplatz-Eröffnung den Zusammenhalt im Dorf beschwört hat. Durch die Unterstützung hätte die Kindertagesstätte rund 9000 Euro, die sonst an eine Firma gegangen wären, gespart. "Man sieht, was wir erreichen können, wenn gemeinsam angepackt wird", sagte Wanitschka. Darauf ging auch die Vize-Oberbürgermeisterin Ines Springer (CDU) ein: "Die Niederlungwitzer zeigen, dass das gesellschaftliche Engagement lebt."

Obwohl das Geld für den Spielplatz schon seit drei Jahren zur Verfügung stand, wurden die Spielgeräte erst jetzt aufgebaut. Der Grund: Direkt neben dem Spielplatz der Kindertagesstätte befindet sich die Grundschule. An das Gebäude muss ein Rettungstreppe angebaut werden. Dafür hat die Stadt bereits Baupläne erstellt und Fördermittelanträge eingereicht. Bisher gibt es aber noch keine konkreten Termine für die Bewilligung der Gelder. "Deshalb haben wir uns gesagt, dass wir mit dem Aufbau der Spielgeräte nicht länger warten können", sagt Uwe Wanitschka. Dadurch kann es aber durchaus passieren, dass einige Spielgeräte noch einmal an einen anderen Standort versetzt werden.

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