Stadt präzisiert Aussage zu Gedenkort-Ausweitung

Findeiß will allgemein weiteres Gedenken prüfen lassen - Ayla (6) und Mehmet (4) nur als Beispiele genannt

Zwickau.

Die Stadtverwaltung hat deutlich gemacht, dass sich Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) in der Stadtratssitzung von vergangenem Donnerstag nur allgemein über ein Gedenken für Opfer weiterer Straftaten geäußert hat. Die tragischen Schicksale der beiden Kinder Ayla (6) und Mehmet (4) seien nur als Beispiele für Opfer erwähnt worden. Es sei nicht zutreffend, dass die Stadtverwaltung speziell für diese beiden Kinderschicksale ein weiteres Gedenken plane. Dafür habe sich die Oberbürgermeisterin auch nicht explizit ausgesprochen, sagte Rathaussprecher Mathias Merz. Stattdessen habe Findeiß die Aussage getroffen, dass eine Errichtung eines Gedenkens für Opfer anderer Gewalttaten geprüft werden könne. Voraussetzung sei, dass noch Spendenmittel zur Verfügung stehen. Die tragischen Kinderschicksale seien beispielhaft zu verstehen gewesen.

Die Oberbürgermeisterin hatte am vergangenen Donnerstag auf eine Anfrage von Ratsmitglied Sven Georgi (Zukunft Zwickau) reagiert. Georgi hatte sich nach den Kosten des Gedenkorts für die NSU-Opfer erkundigt und darüber hinaus gefragt, ob die Stadt als Andenken an "die unzähligen Opfer der Migrationspolitik" den Wald aufforsten werde. Georgi verlangte eine schriftliche Antwort, was zur Folge gehabt hätte, dass seine Worte unkommentiert stehen bleiben. Findeiß widersprach, sie wolle aber sofort antworten. Man werde gerne die Errichtung eines Gedenkens für Opfer anderer Gewalttaten prüfen, "wie zum Beispiel Opfer häuslicher Gewalt oder Kindesmisshandlungen." Und weiter: "Ich kann Ihnen zwei Beispiele nennen für Opfer von Gewalt an Kindern, die leider auch in Zwickau passiert sind. Das ist der Mord an der sechsjährigen Ayla oder auch der Totschlag an dem sechsjährigen (in Wahrheit vierjährigen - Anm. d. Red.) Mehmet. Wenn wir es wollen, können wir auch für diese Opfer Gedenkbäume pflanzen."

Rathaussprecher Merz wies nun darauf hin, dass die Aussagen der OB eine Reaktion auf die besagte Anfrage waren und in diesem Zusammenhang gesehen werden müssten. Mit "wir" sei der Stadtrat gemeint. Die Form der Gedenkbäume sei ebenfalls nur als Möglichkeit genannt worden. (ael)

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